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Retrofit im schwe­di­schen Regen­wald

Bedrohte Tier­arten fühlen sich im Regen­wald des Univer­seum in Schweden wohl. Denn das Unter­nehmen System Intel­li­gence sorgt mit einem Retrofit für opti­male Lebens­be­din­gungen – und zahlt zugleich auf das Klima­ziel des Wissen­schafts­zen­trums ein.


Unter dem hohen Blät­ter­dach der Bäume rufen sich exoti­sche Vögel zu. Affen hangeln sich von Ast zu Ast und ein Faul­tier ruht genüss­lich in einer Baum­krone. Auf dem erdigen Boden flitzen kleine Alli­ga­toren ins Dickicht, Frösche quaken vor sich hin. Aber nicht am Äquator. Nein, im schwe­di­schen Göte­borg. Hier wohnen die vom Aussterben bedrohten Tier­arten im künst­li­chen Regen­wald des Univer­seum, dem natio­nalen Wissen­schafts­zen­trum. Es gibt jähr­lich über einer halben Million Besucher:innen eine ganz­heit­liche Perspek­tive darüber, wie das Verhalten der Menschen unseren Planeten verän­dert. Der Gedanke: Wer die Welt versteht, setzt sich eher für ihr Fort­be­stehen und eine nach­hal­tige Zukunft ein. Dabei geht das Univer­seum auch neben seinem Bildungs­auf­trag mit gutem Beispiel voran und verfolgt das Ziel, stetig den eigenen Ener­gie­ver­brauch zu redu­zieren.

Das Univer­seum

Schwe­dens natio­nales Wissen­schafts­zen­trum verbindet inter­ak­tive Bildung mit Arten­schutz. Dabei gibts es neben dem tropi­schen Regen­wald gibt es noch mehr zu entde­cken: Die Ozean­welt bringt die Besucher:innen ganz nah an den den Lebens­raum hunderter Fisch­arten, Haie und Rochen. Im Repti­li­en­haus entde­cken sie verschie­dene Schlangen und Echsen. In der 360°-Kuppel werfen Kinder und Erwach­sene einen Blick ins Weltall und lernen die Themen der aktu­ellen Welt­raum­for­schung kennen. Außerdem laden Inter­ak­tive Wissen­schafts­be­reiche ein Chemie, Mathe­matik, den mensch­li­chen Körper sowie neue Tech­no­lo­gien, wie künst­liche Intel­li­genz zu erkunden.

Quelle: Univer­seum

Über­le­bens­wich­tige Wärme

Die luft­tech­ni­schen Anlagen des Regen­waldes mit einem Retrofit zu moder­ni­sieren und so Energie einzu­sparen, war eigent­lich für einen späteren Zeit­punkt geplant. Doch als der einzige Venti­lator der Anlage nach 25 Jahren ausfällt, ist die Dring­lich­keit hoch. Gunnar Blom, COO des Univer­seum, erklärt: „In unserem Regen­wald leben gefähr­dete Tier­arten. Unser Haupt­ziel ist es, uns gut um sie zu kümmern. Damit sie gesund leben, müssen wir die Tempe­ratur bei exakt 28 Grad halten.“ Klappt das nicht, sind die Konse­quenzen verhee­rend. Während die Vögel und Affen eine Tempe­ra­tur­schwan­kung für kurze Zeit aushalten, brau­chen die Faul­tiere aufgrund ihres lang­samen Stoff­wech­sels ein konstantes Klima zum Über­leben.

Oskar Söder­lund von System Intel­li­gence weiß als lang­jäh­riger Partner des Univer­seum für raum­luft­tech­ni­sche Anlagen Abhilfe zu schaffen: „Für solche Aufgaben arbeiten wir seit mehreren Jahren mit ebm-papst zusammen. Also habe ich auch für dieses Projekt den Vertriebs­in­ge­nieur Henrik Heikel, kontak­tiert und wir haben gemeinsam eine Lösung erar­beitet.“

Auch bei -16 Grad im Winter bleibt die Tempe­ratur im Regen­wald stabil. (Bild | Henrik Heikel)
Mit dem neuen FanGrid kommt das Univer­seum seinem Klima­ziel ein Stück näher. (Bild | Univer­seum)

Drei RadiPac heizen im Regen­wald ein

Der alte, riemen­ge­trie­bene Venti­lator der Anlage saugte Luft an, die über ein Heiz­re­gister erwärmt wurde und förderte sie durch Luft­aus­lässe in das Gebäude des Regen­waldes. Für das Retrofit entscheiden sich Söder­lund und Heikel dafür, den alten Venti­lator durch drei neue RadiPac Radi­al­ven­ti­la­toren mit Flow­Grid von ebm-papst zu ersetzen. Diese verteilen die erwärmte Luft gleich­mä­ßiger im Raum. Ein Effekt, den das inte­grierte Vorleit­gitter Flow­Grid verstärkt. Söder­lund erklärt: „Da der Tempe­ra­tur­ver­lust so viel geringer ist als vorher, können wir bei der glei­chen Leis­tung die Ausgang­tem­pe­ratur des Heiz­re­gis­ters redu­zieren.“

Drei neue RadiPac Radi­al­ve­ni­la­toren mit Flow­Grid sorgen für das opti­male Klima im Regen­wald. (Bild | Henrik Heikel)

Um Ausfälle zu vermeiden, haben sie mit drei Venti­la­toren für Redun­danz gesorgt: „Sollte es bei einem der neuen Venti­la­toren zu einem Ausfall kommen, halten die verblei­benden die Tempe­ratur bis zur Repa­ratur stabil, sodass es die Tiere weiterhin warm haben.“ Doch für die lang­fris­tige Siche­rung des Betriebs gehen die Retro­fit­partner noch einen Schritt weiter.

Tropi­sche Daten­er­fas­sung mit MMCU

Compu­ter­ge­stützte Daten­er­fas­sung von indus­tri­ellen Prozessen in Echt­zeit ist in Schweden bereits weit verbreitet. Um diese Tech­no­logie ins bestehende System des Univer­seum zu inte­grieren, instal­lieren Oskar Söder­lund und Henrik Heikel im Schalt­schrank der Anlage eine Modbus Monitor & Controll Unit (MMCU) von ebm-papst. Das liest Daten der Modbus-Schnitt­stelle aus, die zur Stan­dard­aus­stat­tung der RadiPac gehört. Henrik Heikel erklärt: „Da die Venti­la­toren hohen Umge­bungs­tem­pe­ra­turen ausge­setzt sind, ist die Über­wa­chung der Motor- und Elek­tro­nik­tem­pe­ratur für die lang­fris­tige Zuver­läs­sig­keit von entschei­dender Bedeu­tung. Das MMCU ist eine Art Knoten­punkt, mit dem wir rele­vante Infor­ma­tionen über­wa­chen. Zum Beispiel die Dreh­zahl, um die korrekte Tempe­ratur im Gehege sicher­zu­stellen. Mit Modbus können wir sogar noch einen Schritt weiter gehen und anhand von Echt­zeit-Betriebs­daten die Anlagen schützen und eine stabile Tempe­ratur im Regen­wald aufrecht­erhalten.“

Mit dem MMCU über­wacht das Univer­seum rele­vante Daten in Echt­zeit. Darunter die Tempe­ratur im Gehege sowie von Motor und Elek­tronik der Venti­la­toren. (Bild | Henrik Heikel)

Eine gleich­mä­ßige Tempe­ratur trägt zusätz­lich zur Stabi­li­sie­rung der Luft­feuch­tig­keit bei, welche über ein sepa­rates System gesteuert wird. Außerdem über­wacht das MMCU, dass die Venti­la­toren in der warmen Umge­bung ihre opti­male Betriebs­tem­pe­ratur halten, damit sie lang­fristig sicher arbeiten. Und die Anlage lässt sich bedarfs­ge­recht regeln, sagt Söder­lund: „Im Sommer müssen wir die Außen­tem­pe­ratur deut­lich weniger ausglei­chen, um die Tempe­ratur im Regen­wald zu halten, als bei -16 Grad im Winter. Dadurch spart das Univer­seum bis zu 60 Prozent des bishe­rigen Ener­gie­ver­brauchs ein.“

Da die Venti­la­toren hohen Umge­bungs­tem­pe­ra­turen ausge­setzt sind, ist die Über­wa­chung der Motor- und Elek­tro­nik­tem­pe­ratur für die lang­fris­tige Zuver­läs­sig­keit von entschei­dender Bedeu­tung. Das MMCU ist eine Art Knoten­punkt, mit dem wir rele­vante Infor­ma­tionen über­wa­chen.

Henrik Heikel, Vertriebs­in­ge­nieur bei ebm-papst

Einen Schritt näher am Klima­ziel

Nach dem Retrofit im schwe­di­schen Regen­wald steht einem gemüt­li­chen Faul­tier­leben nun nichts mehr im Weg. Um ihr Klima­ziel zu errei­chen, möchte Gunnar Blom in den nächsten Jahren noch einige weitere Anlagen im Univer­seum moder­ni­sieren. Dabei blickt er opti­mis­tisch in die Zukunft: „Eine starke Bezie­hung zwischen uns als Kunde und unseren Liefe­ranten ist der Schlüssel, um Lösungen zu entwi­ckeln, von denen alle profi­tieren. Wenn ein Retrofit den Ener­gie­ver­brauch um rund 60 Prozent senkt, wird der Nutzen greifbar — auch für unsere Partner, die uns und unseren Bildungs­auf­trag unter­stützen wollen.“

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