Ob eisiger Wintermorgen oder heißer Sommertag: Wärmepumpen müssen bei unterschiedlichsten Außenbedingungen zuverlässig arbeiten. Sie müssen heizen und immer häufiger auch kühlen können. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Ventilator. Er fördert die Luft durch den Wärmetauscher und beeinflusst, wie effizient das Gesamtsystem arbeitet. Dabei kommt es nicht nur auf einzelne Komponenten an, sondern auf ihr Zusammenspiel im System. Aber wie gut funktioniert das Zusammenspiel aus Ventilator, Inverterelektronik, Verdampfer und Kältekreislauf? Und was passiert, wenn sich bei Kälte und hoher Luftfeuchtigkeit Eis bildet?


Genau solche Fragen beantwortet das Kälte-Innovationszentrum (KIZ) in Landshut. Hier testet ebm-papst Luft-Wasser-Wärmepumpen und Chiller – Kältemaschinen zur Kühlung von Maschinen und Gebäuden – unter realistischen Umweltbedingungen. Das Zentrum entstand 2024/25 – für Betrieb und Weiterentwicklung ist Markus Gehrecke aus dem Center of Competence Refrigeration Cycle verantwortlich.
Realistischer testen
Das KIZ besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: einer Klimakammer und einem Wasserprüfstand. Die Klimakammer simuliert die Außenbedingungen, denen eine Wärmepumpe im Betrieb ausgesetzt ist. Sie kann gezielt gesteuert werden: heizen, kühlen, befeuchten und entfeuchten. Die Lufttemperatur lässt sich von -25°C bis +70°C und die relative Luftfeuchtigkeit von 10 bis 95 Prozent einstellen. Für die Luftumwälzung sorgt ein FanGrid aus vier RadiPac Radialventilatoren von ebm-papst, das für die Tests bedarfsgerecht bis zu 21.000 m³/h fördert.
Mit dem KIZ schaffen wir eine Testumgebung, in der wir Wärmepumpen und Chiller besser verstehen und unsere Komponenten gezielt darauf abstimmen können.
Markus Gehrecke, Center of Competence Refrigeration Cycle
Dadurch können reale Einsatzszenarien simuliert werden – vom eiskalten Wintertag bis zum heißen Sommertag. Die Tests zeigen, wie eine Wärmepumpe auf wechselnde Außenbedingungen reagiert. Aus einzelnen Messwerten entsteht so ein genaueres Verständnis für das gesamte System. „Gerade Themen wie Vereisung oder Enteisung lassen sich häufig erst im Betrieb bewerten“, erklärt Gehrecke. „In der Klimakammer können wir solche Situationen gezielt nachstellen und nachvollziehen, welchen Einfluss sie auf die Effizienz und das Betriebsverhalten der Wärmepumpe und ihrer Komponenten haben.“


Die „Gebäudeseite“ der Test-Wärmepumpe bildet der Wasserprüfstand nach. Während die Klimakammer also das Außenklima simuliert, steht der Wasserprüfstand für die Gebäudeseite – also für den Heiz- oder Kühlkreislauf, der später Wärme ins Haus bringt oder Wärme abführt. Er misst, wie viel Heiz- oder Kühlleistung auf der Wasserseite ankommt und wie viel elektrische Energie dafür benötigt wird. Dafür kann er Wasser gezielt heizen oder kühlen und erfasst unter anderem Durchfluss, Temperaturen, elektrische Leistung und Wärmemenge. Aus diesen Werten lässt sich der COP (Coefficient of Performance) bestimmen. Diese Kennzahl zeigt, wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet – also wie viel Wärme sie aus der eingesetzten elektrischen Energie erzeugt.
Mehr Sicherheit für Entwicklung und Kunden
Für ebm-papst ist das KIZ ein wichtiger Schritt, um das Gesamtsystem von Wärmepumpe oder Chiller noch besser zu verstehen. Früher konnten vor allem einzelne Komponenten getestet werden. Heute lassen sich komplette Systeme untersuchen – mit Heiz- oder Kühlleistungen bis zu 26 Kilowatt.
–0 bis +0°C
Temperaturbereich der Klimakammer
0 kW
maximale Heiz- oder Kühlleistung im Prüfstand
0 bis 0%
regelbare relative Luftfeuchtigkeit
Davon profitieren vor allem Kund:innen. Denn je näher ein Test an der späteren Anwendung ist, desto belastbarer sind die Ergebnisse. So lassen sich technische Fragen schon prüfen, bevor ein System im Feld läuft. „Für unsere Kunden sind wir damit nicht nur Komponentenlieferant, sondern Entwicklungspartner“, sagt Gehrecke. „Wir können konkrete Anwendungen nachstellen und gemeinsam prüfen, worauf es im späteren Betrieb wirklich ankommt.“ Oder anders gesagt: In Landshut beweisen Wärmepumpen schon heute, was sie später draußen leisten müssen.
Mehr testen: Das Erprobungszentrum in Mulfingen-Hollenbach
Das KIZ in Landshut untersucht komplette Wärmepumpensysteme in der Anwendung. Im Erprobungszentrum in Mulfingen-Hollenbach testet ebm-papst dagegen die Belastbarkeit der Ventilatoren selbst. Auf rund 2.500 Quadratmetern durchlaufen jedes Jahr mehrere hundert Ventilatoren, neue Baugrößen und Einzelkomponenten Prüfungen mit realen Umwelteinflüssen – etwa Schock und Vibration, Klima, Wasser, Salzsprühnebel und beschleunigte Lebensdauertests. So erkennt ebm-papst früh, wie Produkte auf Belastungen reagieren und ob sie den harten Einsatz im Feld zuverlässig bestehen.
Exklusive Einblicke in alle Prüffelder
Erfahren Sie mehr darüber, wie ebm-papst Ventilatoren in den einzelnen Prüffelder auf die Probe stellt. Jeder Artikel mit spannenden Einblicken, Videos und Bildern!







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