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Clevere Platten sorgen für niedrigere Kosten

Für das Schwimmbad des Celler Ringhotels setzte Anlagenspezialist hdt eine neue Lüftungslösung um. Das Retrofit spart enorm Energie.


Ein Schwimmbad und ein Schweinestall sind sich ähnlicher, als man denkt — zumindest, wenn es um die Anforderungen an die Lüftung geht. Im Stall ist die Luft zwar deutlich aggressiver, aber auch dort herrscht mitunter eine hohe Luftfeuchtigkeit. Eben diese feuchte Luft abzutransportieren war bis März 2019 die Aufgabe einer alten, mit AC-Ventilatoren ausgestatteten Anlage im Celler Ringhotel.

Retrofit soll Kosten senken

Viel Liebe zum Detail: Fertigungsleiter Holger Bohlmann sorgt mit letzten Handgriffen für die beste Qualität. (Foto: Ricardo Wiesinger | Fotogloria)

Zu Buche schlugen bei dieser in die Jahre gekommenen Anlage Betriebskosten von rund 12.250 Euro pro Jahr. Das veranlasste die Betreiber des Hotels dazu, über eine modernere und energieeffizientere Anlage nachzudenken. Die Anfrage landete bei der hdt Anlagenbau GmbH in Diepholz. Die Expertise von Firmenchef Heinrich Dönselmann-Theile und seinen Söhnen in puncto Lüftung hat sich mittlerweile herumgesprochen.

„Wir machen 20 Projekte im Jahr und schneiden dabei alles auf die Luftführung vor Ort zu“, sagt Christopher Dönselmann-Theile. „Und was uns besonders macht, ist, dass wir die Gehäuse unserer Anlagen aus glasfaser­verstärkten Kunststoffplatten fertigen, die korrosionsbeständig sind.“ Gerade das ist von großem Vorteil beim Einbau in einem Schwimmbad, wo die Luft feucht und chlorhaltig ist und Bauteile aus Metall mit der Zeit angreift.

Einbau mit Hindernissen

Bei einer ersten Begehung machten sich die Experten zunächst ein Bild von der Anlage vor Ort. Schnell wurde klar, dass der Zugang zur Lüftungsanlage sehr eng war. Also fertigte hdt kurzerhand eine 3-D-Zeichnung der Gänge und der alten Anlage an, um festzustellen, wie das Retrofit am besten zu bewerkstelligen ist. Das Ergebnis: Man beschloss, die Neuanlage in zwei Teilen zu liefern und erst vor Ort zusammenzubauen. Nach einer Planungsphase von drei Monaten startete der Einbau.

Dieser ging innerhalb von zwei Wochen über die Bühne. Die alte Anlage wurde ab-, die neue eingebaut. Dabei mussten die acht Lüftungskanäle vor Ort nicht angefasst werden — stattdessen legte hdt die neue Anlage so aus, dass nötige Anpassungen an den einzelnen Elementen der Anlage vor dem Einbau in der heimischen Fertigung vorgenommen werden konnten. Sie besteht aus einem Zuluftfilter, einem Zuluftventilator, einem Heizregister, einem Wärmetauschermodul und einem Abluftventilator. Beide Ventilatoren vom Typ RadiCal sind von ebm-papst und verfügen über eine stufenlos regelbare Leistung von jeweils 0,14 bis 0,79 Kilowatt.

Effizienz ist alles

Die neue Anlage ist um einiges energieeffizienter und damit kostengünstiger als die alte. „Zugegeben — wir haben eine etwas geringere Effizienz bei der Wärmerückgewinnung, aber bei der Lüftung sind wir viel effizienter und holen das wieder rein“, sagt Christopher Dönselmann-Theile. Die Betriebskosten nach dem Retrofit sprechen Bände: Sie konnten auf rund 4.800 Euro, also um fast zwei Drittel, gesenkt werden. Für dieses beeindruckende Ergebnis macht sich hdt die Trockenheit der Außenluft zunutze.

„Bei einem Schwimmbad geht es um das Entfeuchten der Luft“, so Dönselmann-Theile. „Wenn Sie das mit einer Klimaanlage realisieren, die die Luft erwärmt, sind Sie ganz schnell bei einer Leistung von 10 bis 20 Kilowatt.“ Effizient geht anders. „Die Außenluft, die wir ins Bad bringen, reicht, um innen die Luftfeuchtigkeit zu senken. Wir lüften einfach — und holen uns die Energie, die wir verlieren würden, über die Wärmerückgewinnung zurück. Ein weiterer Vorteil: Es kommt immer Frischluft ins System“, erklärt Dönselmann-Theile. Bei seinem Fazit ist dem Lüftungsexperten auch die Wartungsfreiheit dieser Art von Anlage sehr wichtig. „Da schaut man alle zwei Jahre einmal drauf und die läuft“, bringt er es auf den Punkt.

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