Die Kantine im Diakonie-Klinikum Stuttgart ist ein Ort für alle: Patient:innen essen mit ihren Angehörigen, Besucher:innen holen sich einen Kaffee, Mitarbeitende legen eine kurze Pause im Klinikalltag ein. In der Küche dahinter wird täglich frisch gekocht – für viele Menschen und viele unterschiedliche Anforderungen. Für die Köchinnen und Köche kann dieser Alltag auch mal stressiger sein – vor allem, wenn die Lüftung ausfällt. Genau das passierte im Frühjahr 2026.
ca. 2 Jahre Amortisation
ca. -40 % Energie
Beim Kochen entstehen Wärme, Feuchtigkeit, Gerüche und fetthaltige Abluft. Das alles muss sicher abgeführt werden, während gleichzeitig Frischluft zugeführt wird. Doch die rund 25 Jahre alten, riemengetriebenen Ventilatoren in einer der vier Lüftungsanlagen der Küche schafften das nicht mehr und fielen aus. Schnell wurde es kritisch – für die Arbeitsbedingungen, die Hygiene und auch für die Speiseversorgung.

„Uns war wichtig, dass die Mitarbeitenden in der Küche schnell wieder unter sicheren und verlässlichen Bedingungen arbeiten können“, sagt Klaus Uetrecht, technischer Leiter des Diakonie-Klinikums Stuttgart. ProActiveAir, langjähriger Partner des Hauses, ging deshalb ein Retrofit der Küchenlüftung an und wandte sich für die Auslegung der neuen Ventilatortechnik an ebm-papst. Gemeinsam nahmen die Beteiligten vier Anlagen für Modernisierungen in den Blick: eine große Zuluftanlage und drei Abluftanlagen für die verschiedenen Küchenbereiche.

Uns war wichtig, dass die Mitarbeitenden in der Küche schnell wieder unter sicheren und verlässlichen Bedingungen arbeiten können.
Klaus Uetrecht, Technischer Leiter Diakonie-Klinikum Stuttgart
Das passte auch zu einem größeren Ziel des Klinikums: Im Diakonie-Klinikum Stuttgart gibt es ein Green Team, das sich über verschiedene Berufsgruppen hinweg – von Medizin und Pflege bis Technik und Personalwesen – für die Nachhaltigkeitsziele der Klinik einsetzt. In der technischen Abteilung steht vor allem die Reduzierung von Verbräuchen und CO₂-Emissionen im Fokus. Veraltete Lüftungsanlagen sind dabei ein wichtiger Hebel, weil sie oft nicht bedarfsgerecht betrieben werden und daher unnötig Energie verbrauchen.
Umbau im laufenden Klinikbetrieb
Trotz Ausfall der Lüftungsanlage konnten Mitarbeitende, Patient:innen und Besucher:innen natürlich nicht auf Essen verzichten. Der Küchenbetrieb lief deshalb weiter wie gewohnt – und der Umbau musste immer dann stattfinden, wenn in der Küche nicht mehr gekocht wurde. Für die Beteiligten von Betriebstechnik, ProActiveAir und ebm-papst bedeutete das eine ungewohnte Arbeitszeit: Ab dem Nachmittag konnten die noch funktionstüchtigen Anlagen abgeschaltet werden, am nächsten Morgen gegen 6 Uhr mussten sie wieder zuverlässig laufen.
Über Nacht bauten die Monteure die alten Ventilatoren aus, installierten die neue Technik, banden sie in die bestehende Gebäudeleittechnik ein und nahmen die Anlagen wieder in Betrieb. Besonders anspruchsvoll war die Abluft aus der warmen Küche: Dort entsteht fetthaltige Luft, die aus Brandschutzgründen sicher und getrennt abgeführt werden muss. Deshalb brauchte jede der vier Anlagen eine eigene technische Lösung.
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Anlagen
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EC-Radialventilatoren
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Gateways für Anbindung an NEXAIRA
In der großen Zuluftanlage ersetzt nun ein FanGrid aus vier parallel betriebenen RadiPac C Ventilatoren den bisherigen Einzelventilator. Fällt eines der Module aus, laufen die übrigen weiter und sichern den Betrieb ab – ein entscheidender Vorteil im Küchenbetrieb. Eine kleinere Abluftanlage wurde mit einem einzelnen RadiPac C modernisiert. In den beiden großen Abluftanlagen für die fetthaltige Küchenabluft arbeiten insgesamt sechs spezielle Radialventilatoren mit fremdbelüfteter Elektronik. Der Vorteil: Die Motorelektronik wird separat gekühlt, damit sie auch bei warmer, fetthaltiger Abluft zuverlässig arbeitet und nicht überhitzt.
So erneuerte das Team die Küchenlüftung Nacht für Nacht im Bestand – ohne den Klinikbetrieb zu unterbrechen. Insgesamt sind nun elf neue Ventilatoren im Einsatz.
Digitales Retrofit mit NEXAIRA
Mit dem Ventilatortausch war das Retrofit allerdings nicht abgeschlossen. Neben der Umsetzung des energetischen Retrofits schlug ebm-papst vor, die neuen Ventilatoren zusätzlich digital anzubinden. Für Klaus Uetrecht war das ein sinnvoller nächster Schritt: „Eine digitale Überwachung gibt uns die Möglichkeit, Entwicklungen an der Anlage früher zu erkennen“, sagt er. „So können wir Wartungen gezielter einplanen und reagieren nicht erst, wenn eine Störung auftritt – so, wie es bei der alten Anlage passiert ist.“
Betriebsdaten jederzeit im Blick
ebm-papst ergänzte das Retrofit um NEXAIRA.Fit, die intelligente Retrofit-Lösung. Jede der vier Anlagen erhielt hierfür ein Gateway. Das sammelt die Betriebsdaten der Ventilatoren sowie die Daten der installierten Drucksensoren und überträgt sie in NEXAIRA, das digitale Ökosystem von ebm-papst.
(Video | Lukas Zwiessele)
NEXAIRA wertet die Daten aus und stellt sie in einem Dashboard übersichtlich zur Verfügung – etwa Betriebszustand, Laufzeiten, weitere relevante Ventilatordaten sowie eventuelle Alarme.

Mit NEXAIRA machen wir bestehende Lüftungsanlagen nicht nur effizienter, sondern auch intelligenter. Gerade in sensiblen Gebäuden wie Krankenhäusern entsteht so ein konkreter Nutzen – wirtschaftlich, ökologisch und im laufenden Betrieb.
Dr. Klaus Geißdörfer, CEO der ebm-papst Gruppe
„Ein Retrofit zeigt seinen größten Wert, wenn es den Alltag des Betreibers spürbar einfacher macht: weniger Energieverbrauch, mehr Transparenz im Betrieb und eine verlässliche technische Infrastruktur. Mit NEXAIRA machen wir bestehende Lüftungsanlagen nicht nur effizienter, sondern auch intelligenter. Gerade in sensiblen Gebäuden wie Krankenhäusern entsteht so ein konkreter Nutzen – wirtschaftlich, ökologisch und im laufenden Betrieb“, sagt Dr. Klaus Geißdörfer, CEO der ebm-papst Gruppe.

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Ein Sensor pro Anlage erfasst zusätzlich den Differenzdruck über den Filter. So erkennt NEXAIRA, wenn sich ein Filter zusetzt und die Ventilatoren mehr Leistung aufbringen müssen. Neben dieser Filter Clogging Detection bietet NEXAIRA weitere digitale Services: Der Fan Health Status bewertet den Zustand der Ventilatoren und gibt Hinweise auf ihre voraussichtliche Lebensdauer. Monitoring, Alarme und Heatmaps zeigen, wie die Anlage läuft und wo Abweichungen auftreten. So erkennt das System Störungen früher, unterstützt gezielte Wartung und hilft, die Anlagen effizient zu betreiben.
Weniger Energie, mehr Überblick
Das Retrofit zahlt sich aus. Die neuen Ventilatoren verbrauchen rund 40 Prozent weniger Energie als die alte Technik. Hinzu kommt: Die digitale Überwachung schafft mehr Transparenz über den laufenden Betrieb. Das technische Team kann somit Anlagenzustände besser einordnen und mögliche Optimierungen schneller ableiten.
ca. 0%
Energieeinsparung
ca. 0 Jahre
Amortisationszeit
Auch die Amortisationszeit liegt nur bei etwa zwei Jahren. Für Klaus Uetrecht ist genau diese Kombination entscheidend: „Für uns steht die Betriebssicherheit klar im Vordergrund“, sagt er. „Dass sich die Modernisierung durch die Energieeinsparung zusätzlich rechnet, macht das Projekt natürlich umso sinnvoller.“
Für das Green Team und die technische Abteilung ist die Küchenlüftung damit ein erster wichtiger Baustein auf dem Weg zu effizienterer Gebäudetechnik. Deshalb soll das Retrofit in der Klinikküche nicht das letzte Projekt bleiben. Uetrecht und sein Team prüfen bereits weitere Anlagen und legen fest, in welcher Reihenfolge Modernisierungen sinnvoll sind. So wird aus der schnellen Lösung für die Klinikküche ein Modell für weitere Anlagen im Haus.



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