© Lukas Zwiessele
© Lukas Zwiessele

Heute auf dem Spei­se­plan: Retrofit für die Klinik­küche

Als im Diakonie-Klinikum Stutt­gart im Früh­jahr 2026 die Küchen­lüf­tung ausfiel, musste schnell eine Lösung her. Gemeinsam moder­ni­sierten ProAc­ti­veAir und ebm-papst vier Anlagen im laufenden Klinik­be­trieb – und machen die Lüftung fit für die Zukunft.


Die Kantine im Diakonie-Klinikum Stutt­gart ist ein Ort für alle: Patient:innen essen mit ihren Ange­hö­rigen, Besucher:innen holen sich einen Kaffee, Mitar­bei­tende legen eine kurze Pause im Klinik­alltag ein. In der Küche dahinter wird täglich frisch gekocht – für viele Menschen und viele unter­schied­liche Anfor­de­rungen. Für die Köchinnen und Köche kann dieser Alltag auch mal stres­siger sein – vor allem, wenn die Lüftung ausfällt. Genau das passierte im Früh­jahr 2026.

Beim Kochen entstehen Wärme, Feuch­tig­keit, Gerüche und fett­hal­tige Abluft. Das alles muss sicher abge­führt werden, während gleich­zeitig Frisch­luft zuge­führt wird. Doch die rund 25 Jahre alten, riemen­ge­trie­benen Venti­la­toren in einer der vier Lüftungs­an­lagen der Küche schafften das nicht mehr und fielen aus. Schnell wurde es kritisch – für die Arbeits­be­din­gungen, die Hygiene und auch für die Spei­se­ver­sor­gung. 

Das Diakonie-Klinikum Stutt­gart beschäf­tigt rund 1.750 Mitar­bei­tende und versorgt jähr­lich etwa 21.000 statio­näre sowie bis zu 90.000 ambu­lante Pati­enten.

„Uns war wichtig, dass die Mitar­bei­tenden in der Küche schnell wieder unter sicheren und verläss­li­chen Bedin­gungen arbeiten können“, sagt Klaus Uetrecht, tech­ni­scher Leiter des Diakonie-Klini­kums Stutt­gart. ProAc­ti­veAir, lang­jäh­riger Partner des Hauses, ging deshalb ein Retrofit der Küchen­lüf­tung an und wandte sich für die Ausle­gung der neuen Venti­la­tor­technik an ebm-papst. Gemeinsam nahmen die Betei­ligten vier Anlagen für Moder­ni­sie­rungen in den Blick: eine große Zuluft­an­lage und drei Abluft­an­lagen für die verschie­denen Küchen­be­reiche.

Uns war wichtig, dass die Mitar­bei­tenden in der Küche schnell wieder unter sicheren und verläss­li­chen Bedin­gungen arbeiten können.

Klaus Uetrecht, Tech­ni­scher Leiter Diakonie-Klinikum Stutt­gart

Das passte auch zu einem größeren Ziel des Klini­kums: Im Diakonie-Klinikum Stutt­gart gibt es ein Green Team, das sich über verschie­dene Berufs­gruppen hinweg – von Medizin und Pflege bis Technik und Perso­nal­wesen – für die Nach­hal­tig­keits­ziele der Klinik einsetzt. In der tech­ni­schen Abtei­lung steht vor allem die Redu­zie­rung von Verbräu­chen und CO₂-Emis­sionen im Fokus. Veral­tete Lüftungs­an­lagen sind dabei ein wich­tiger Hebel, weil sie oft nicht bedarfs­ge­recht betrieben werden und daher unnötig Energie verbrau­chen.

Umbau im laufenden Klinik­be­trieb

Trotz Ausfall der Lüftungs­an­lage konnten Mitar­bei­tende, Patient:innen und Besucher:innen natür­lich nicht auf Essen verzichten. Der Küchen­be­trieb lief deshalb weiter wie gewohnt – und der Umbau musste immer dann statt­finden, wenn in der Küche nicht mehr gekocht wurde. Für die Betei­ligten von Betriebs­technik, ProAc­ti­veAir und ebm-papst bedeu­tete das eine unge­wohnte Arbeits­zeit: Ab dem Nach­mittag konnten die noch funk­ti­ons­tüch­tigen Anlagen abge­schaltet werden, am nächsten Morgen gegen 6 Uhr mussten sie wieder zuver­lässig laufen.

In der großen Zuluft­an­lage arbeiten nun vier RadiPac C Venti­la­toren in einem FanGrid zusammen. Dadurch verteilt sich die Luft­för­de­rung auf mehrere Einheiten, was die Betriebs­si­cher­heit der Küchen­lüf­tung erhöht. (Bild | Lukas Zwiessele)

In den Abluft­an­lagen der warmen Küche kommen Radi­al­ven­ti­la­toren zum Einsatz, die für fett­hal­tige Küchen­ab­luft ausge­legt sind. Ihre Motor­elek­tronik wird separat gekühlt, damit sie auch bei warmer Abluft zuver­lässig arbeitet. (Bild | Lukas Zwiessele)

Über Nacht bauten die Monteure die alten Venti­la­toren aus, instal­lierten die neue Technik, banden sie in die bestehende Gebäu­de­leit­technik ein und nahmen die Anlagen wieder in Betrieb. Beson­ders anspruchs­voll war die Abluft aus der warmen Küche: Dort entsteht fett­hal­tige Luft, die aus Brand­schutz­gründen sicher und getrennt abge­führt werden muss. Deshalb brauchte jede der vier Anlagen eine eigene tech­ni­sche Lösung.

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Anlagen

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EC-Radi­al­ven­ti­la­toren

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Gate­ways für Anbin­dung an NEXAIRA

In der großen Zuluft­an­lage ersetzt nun ein FanGrid aus vier parallel betrie­benen RadiPac C Venti­la­toren den bishe­rigen Einzel­ven­ti­lator. Fällt eines der Module aus, laufen die übrigen weiter und sichern den Betrieb ab – ein entschei­dender Vorteil im Küchen­be­trieb. Eine klei­nere Abluft­an­lage wurde mit einem einzelnen RadiPac C moder­ni­siert. In den beiden großen Abluft­an­lagen für die fett­hal­tige Küchen­ab­luft arbeiten insge­samt sechs spezi­elle Radi­al­ven­ti­la­toren mit fremd­be­lüf­teter Elek­tronik. Der Vorteil: Die Motor­elek­tronik wird separat gekühlt, damit sie auch bei warmer, fett­hal­tiger Abluft zuver­lässig arbeitet und nicht über­hitzt. 

So erneu­erte das Team die Küchen­lüf­tung Nacht für Nacht im Bestand – ohne den Klinik­be­trieb zu unter­bre­chen. Insge­samt sind nun elf neue Venti­la­toren im Einsatz.

Digi­tales Retrofit mit NEXAIRA

Mit dem Venti­la­tort­ausch war das Retrofit aller­dings nicht abge­schlossen. Neben der Umset­zung des ener­ge­ti­schen Retro­fits schlug ebm-papst vor, die neuen Venti­la­toren zusätz­lich digital anzu­binden. Für Klaus Uetrecht war das ein sinn­voller nächster Schritt: „Eine digi­tale Über­wa­chung gibt uns die Möglich­keit, Entwick­lungen an der Anlage früher zu erkennen“, sagt er. „So können wir Wartungen gezielter einplanen und reagieren nicht erst, wenn eine Störung auftritt – so, wie es bei der alten Anlage passiert ist.“

Betriebs­daten jeder­zeit im Blick

ebm-papst ergänzte das Retrofit um NEXAIRA.Fit, die intel­li­gente Retrofit-Lösung. Jede der vier Anlagen erhielt hierfür ein Gateway. Das sammelt die Betriebs­daten der Venti­la­toren sowie die Daten der instal­lierten Druck­sen­soren und über­trägt sie in NEXAIRA, das digi­tale Ökosystem von ebm-papst.

NEXAIRA wertet die Daten aus und stellt sie in einem Dash­board über­sicht­lich zur Verfü­gung – etwa Betriebs­zu­stand, Lauf­zeiten, weitere rele­vante Venti­la­tor­daten sowie even­tu­elle Alarme.

Mit NEXAIRA machen wir bestehende Lüftungs­an­lagen nicht nur effi­zi­enter, sondern auch intel­li­genter. Gerade in sensi­blen Gebäuden wie Kran­ken­häu­sern entsteht so ein konkreter Nutzen – wirt­schaft­lich, ökolo­gisch und im laufenden Betrieb.

Dr. Klaus Geiß­dörfer, CEO der ebm-papst Gruppe

„Ein Retrofit zeigt seinen größten Wert, wenn es den Alltag des Betrei­bers spürbar einfa­cher macht: weniger Ener­gie­ver­brauch, mehr Trans­pa­renz im Betrieb und eine verläss­liche tech­ni­sche Infra­struktur. Mit NEXAIRA machen wir bestehende Lüftungs­an­lagen nicht nur effi­zi­enter, sondern auch intel­li­genter. Gerade in sensi­blen Gebäuden wie Kran­ken­häu­sern entsteht so ein konkreter Nutzen – wirt­schaft­lich, ökolo­gisch und im laufenden Betrieb“, sagt Dr. Klaus Geiß­dörfer, CEO der ebm-papst Gruppe.

The Next Era of Air Tech­no­logy

Erfahren Sie mehr über NEXAIRA – dem digi­talen Ökosystem für die Zukunft der Luft-, Heiz- und Kühl­technik von ebm-papst.

Die Gate­ways verbinden die vier moder­ni­sierten Anlagen mit NEXAIRA. Sie erfassen die Daten der Venti­la­toren und Sensoren und stellen sie für die digi­tale Über­wa­chung der Küchen­lüf­tung bereit. (Bild | Lukas Zwiessele)

Ein Sensor pro Anlage erfasst zusätz­lich den Diffe­renz­druck über den Filter. So erkennt NEXAIRA, wenn sich ein Filter zusetzt und die Venti­la­toren mehr Leis­tung aufbringen müssen. Neben dieser Filter Clog­ging Detec­tion bietet NEXAIRA weitere digi­tale Services: Der Fan Health Status bewertet den Zustand der Venti­la­toren und gibt Hinweise auf ihre voraus­sicht­liche Lebens­dauer. Moni­to­ring, Alarme und Heat­maps zeigen, wie die Anlage läuft und wo Abwei­chungen auftreten. So erkennt das System Störungen früher, unter­stützt gezielte Wartung und hilft, die Anlagen effi­zient zu betreiben.

Weniger Energie, mehr Über­blick

Das Retrofit zahlt sich aus. Die neuen Venti­la­toren verbrau­chen rund 40 Prozent weniger Energie als die alte Technik. Hinzu kommt: Die digi­tale Über­wa­chung schafft mehr Trans­pa­renz über den laufenden Betrieb. Das tech­ni­sche Team kann somit Anla­gen­zu­stände besser einordnen und mögliche Opti­mie­rungen schneller ableiten.

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Ener­gie­ein­spa­rung

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Amor­ti­sa­ti­ons­zeit

Auch die Amor­ti­sa­ti­ons­zeit liegt nur bei etwa zwei Jahren. Für Klaus Uetrecht ist genau diese Kombi­na­tion entschei­dend: „Für uns steht die Betriebs­si­cher­heit klar im Vorder­grund“, sagt er. „Dass sich die Moder­ni­sie­rung durch die Ener­gie­ein­spa­rung zusätz­lich rechnet, macht das Projekt natür­lich umso sinn­voller.“

Für das Green Team und die tech­ni­sche Abtei­lung ist die Küchen­lüf­tung damit ein erster wich­tiger Baustein auf dem Weg zu effi­zi­en­terer Gebäu­de­technik. Deshalb soll das Retrofit in der Klinik­küche nicht das letzte Projekt bleiben. Uetrecht und sein Team prüfen bereits weitere Anlagen und legen fest, in welcher Reihen­folge Moder­ni­sie­rungen sinn­voll sind. So wird aus der schnellen Lösung für die Klinik­küche ein Modell für weitere Anlagen im Haus.

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