Die Deutsche Messe Hannover verfügt mit 24 Messehallen, vier Pavillons, 392.500 m² Hallenfläche und 58.000 m² Freigelände über eines der größten Messegelände der Welt. Mit entsprechendem Bedarf an Lüftungsanlagen. Ein Großteil davon wurde allerdings zur Zeit der Expo 2000 installiert – und ist bis heute im Einsatz. Die Folge: energiefressende Ventilatoren, begrenzte Regelbarkeit und Anlagen, die selbst außerhalb von Veranstaltungszeiten oft im Dauerbetrieb laufen – und so für noch mehr Energieverbrauch sorgen. Das wollte die Messe ändern.
So startete ebm-papst neo gemeinsam mit dem Messebetreiber Ende 2025 eine datenbasierte Analyse. Unter der Leitung von Dieter Hildebrandt, Senior Solution Engineer, führte das Team Messungen in mehreren Hallen durch. Viele Anlagen wurden mit ineffizienter AC-Technologie betrieben und liefen unabhängig vom tatsächlichen Bedarf nahe Volllast, was hohe Energieverluste verursachte. Daraus ergaben sich deutliche Einsparchancen – insbesondere durch den Einsatz effizienter EC-Ventilatoren und einer bedarfsgerechten Regelung.
Gemeinsam mit Christina Willers, Projektleiterin HKL (Heizung, Klima, Lüftung) bei der Deutschen Messe AG, entschied man sich für ein Pilotprojekt im Pavillon 36, weil dieser ganzjährig in Betrieb ist. Gleichzeitig bot der Pavillon die Möglichkeit, ein übertragbares Konzept für weitere Hallen zu entwickeln. Im März 2026 startete die Umsetzung. Gemeinsam mit Stephan Jendrallek und seinem Unternehmen Jendrallek Lüftungsanlagen wurde die bestehende Anlage modernisiert.
Christina Willers
Projektleitung HKL
Deutsche Messe AG
Christina Willers
Projektleitung HKL
Deutsche Messe AG
Stephan Jendrallek

Geschäftsführer
Lüftungsmontagen Jendrallek
Stephan Jendrallek
… ist Geschäftsführer bei Lüftungsmontagen Jendrallek und übernahm mit seinem Team den Abbau der alten Anlagen und die Montage der neuen Lösung.
Geschäftsführer
Lüftungsmontagen Jendrallek
Dieter Hildebrandt
Senior Solution Engineer
ebm-papst neo
Dieter Hildebrandt
Senior Solution Engineer
ebm-papst neo
„Die alten Anlagen sind nicht mehr effizient genug“
Christina Willers erklärt, warum der Pavillon 36 für ein Retrofit ausgewählt wurde.
Zu wenig Leistung, zu hoher Verbrauch
Statt der erforderlichen Luftleistung von bis zu 60.000 m³/h erreichten die beiden Lüftungsanlagen im Pavillon 36 zum Messzeitpunkt lediglich rund 47.000 m³/h. Die veralteten AC-Ventilatoren arbeiteten ineffizient und ließen sich nicht flexibel an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Auch die unzureichende Dämmung des Gebäudes verstärkte die Verluste weiter.
„Diese Anlage läuft 24/7“
Dieter Hildebrandt erklärt, warum der Pavillon 36 so viel Energie verbraucht.
Demontage in luftiger Höhe
Die Lüftungsanlagen befinden sich auf dem Dach des Pavillons – entsprechend aufwendig gestaltete sich die Demontage. Die alten AC-Ventilatoren mussten zunächst aus dem Anlagenraum auf das Dach transportiert werden, bevor sie ein Kran bergen konnte.
Der Umfang des Retrofits
Das Retrofit-Team rüstete beide Lüftungsanlagen mit insgesamt sechs RadiPac C Perform Ventilatoren in den Baugrößen 500 und 560 auf. Die neuen Ventilatoren arbeiten in einem FanGrid aus jeweils zwei und vier Ventilatoren. Das sorgt für eine gleichmäßigere Luftverteilung, höhere Ausfallsicherheit und eine deutlich bessere Teillastfähigkeit. Parallel dazu wurden die Schaltschränke erneuert und die Anlage für die digitale Anbindung vorbereitet.
„Wir bringen den Ventilator am optimalen Arbeitspunkt zum Laufen“
Dieter Hildebrandt erklärt, welche NEXAIRA-Produkte in diesem Retrofit zum Einsatz kamen.
Alle Daten im Blick
Das NEXAIRA Dashboard macht die Anlage erstmals vollständig transparent. In Echtzeit zeigt es Volumenströme, Leistungsaufnahme und Betriebszustände der einzelnen Ventilatoren. Auch Umgebungsdaten wie Druck, Temperatur, Feuchte oder CO₂ werden erfasst. Die Betreiber können nun Abweichungen früh erkennen, Betriebsstrategien gezielt anpassen und so den Energieeinsatz kontinuierlich optimieren.
„Das ist schon mega energieträchtig“
Christina Willers über die zukünftige Transparenz durch NEXAIRA.Fit.
Effizienz, die sich rechnet
Das Retrofit im Pavillon 36 zahlt sich aus: Die jährlichen Kosteneinsparungen liegen bei 20.000 Euro – bei einer Amortisationszeit von unter zwei Jahren. Gleichzeitig erreicht die modernisierte Anlage die nötige Luftleistung von bis zu 60.000 m³/h, und das bei rund 11 kW geringerem Energieeinsatz im Betrieb.
„Wir versprechen uns eine erhebliche Energieeinsparung“
Christina Willers spricht über die Vorteile des Retrofits für die Deutsche Messe AG.

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