© Bernd Schifferdecker

10 Dos & Don’ts fürs Retrofit

Wenn es an die Umset­zung eines Retro­fits geht, ist Thomas Häberle gefragt. Er plant und steuert bei der Firma Krat­schmayer das Retrofit-Geschäft und erklärt, was man unbe­dingt tun sollte — und was nicht.


DO!

1. DIE BAUSTELLE VOR ORT BEGEHEN

Um ein Retrofit planen zu können, muss sich die ausfüh­rende Firma vor Ort ein Bild machen. Nur so kann sie fest­legen, wie der alte Venti­lator aus dem Gebäude kommt und wie die neuen einge­baut werden. Vor Ort lässt sich zudem besser bestimmen, welche Trans­port­ge­räte einsetzbar sind und benö­tigt werden.

2. GENAUEN ZEITPLAN FESTLEGEN

In Einkaufs­zen­tren oder Ferti­gungs­hallen kann der Betrieb häufig nur für kurze Zeit gestoppt werden. Deshalb gilt es, diese mögli­chen Zeit­fenster früh­zeitig zu finden und das Retrofit dann entspre­chend zu planen. Auch für den Umbau selbst sollte ein genauer Zeit­plan erstellt werden.

3. DEN AKTUELLEN ZUSTAND DOKUMENTIEREN

Gemeinsam mit dem Kunden sollte vor dem Retrofit der gewünschte Soll­zu­stand doku­men­tiert werden. Da die Anlagen teil­weise 20 bis 30 Jahre alt sind, ist es beispiels­weise wichtig zu erör­tern, ob Gebäu­de­teile hinzu­ge­kommen oder wegge­fallen sind, die zusätz­lich oder nicht mehr versorgt werden müssen.

4. MATERIAL FRÜHZEITIG BESORGEN

Wenn das Retrofit eine Punkt­lan­dung werden soll, gibt es keine Zeit, sich während­dessen um die Mate­ri­al­be­schaf­fung zu kümmern — das gilt beson­ders, wenn über Sonn- oder Feier­tage gear­beitet wird. Deshalb sollten alle Mate­ria­lien früh­zeitig beschafft werden.

5. REGELUNGSSEITE BEACHTEN

Moderne Venti­la­toren werden heute häufig entweder analog über ein 0- bis 10-Volt-Signal oder über eine Modbus-Schnitt­stelle ange­steuert. Hier gilt es zu prüfen, ob diese Möglich­keiten zu den Gege­ben­heiten vor Ort passen. Falls dies nicht der Fall ist, sollte eine passende Schnitt­stelle geplant und imple­men­tiert werden.

 

DON‘T!

1. NUR AUF DEN VENTILATOR KONZENTRIEREN

Eine Lüftungs­an­lage ist mehr als der Venti­lator. Deswegen sollte sowohl die gesamte Anlage als auch die Umge­bung in die Planung des Retro­fits einbe­zogen werden. So erkennt man die Gesamt­funk­tion der Anlage und kann spezi­elle Krite­rien, wie zum Beispiel Schad­stoffe in der Abluft, berück­sich­tigen.

2. BLIND AUF DIE UNTERLAGEN VERTRAUEN

Selbst wenn es eine umfang­reiche Doku­men­ta­tion der Anlage gibt, sollten wich­tige Kern­punkte noch einmal direkt veri­fi­ziert werden. So ist ausge­schlossen, dass sich Para­meter im Lauf der Zeit geän­dert haben, die nicht doku­men­tiert wurden.

3. OHNE FÖRDERUNG PLANEN

Gerade mit effi­zi­enten Venti­la­toren amor­ti­siert sich ein Retrofit schnell. Noch schneller geht das aller­dings, wenn die ausrei­chend vorhan­denen Förder­mög­lich­keiten ausge­schöpft werden. Hier sollte bereits zu Beginn des Projekts nicht versäumt werden, diese zu bean­tragen und einzu­planen.

4. DOKUMENTATION VERNACHLÄSSIGEN

Von der Verein­ba­rung des Soll­zu­stands bis zur Ener­gie­auf­nahme vor und nach dem Retrofit müssen alle Schritte des Projekts genau doku­men­tiert werden. Das hilft allen betei­ligten Parteien — und ermög­licht häufig eine Förde­rung.

5. KOSTEN UND NUTZEN ZU KURZFRISTIG RECHNEN

Die finan­zi­elle Seite eines Retrofit-Projekts sollte immer über einen längeren Zeit­raum kalku­liert werden. Klar: Zunächst einmal kostet ein Retrofit Geld. Über die Zeit holen Betreiber diese Kosten jedoch schnell herein und sparen im Anschluss Tag für Tag zusätz­lich Geld.

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