© Bernd Schifferdecker

Ein Quantum Span­nung

Klein­span­nung und Schutz­klein­span­nung sind nicht dasselbe. Denn welche Span­nung etwa bei indus­tri­ellen Antrieben aus Sicher­heits­gründen ange­bracht ist — das ist keine allge­meine, sondern stets eine konkrete Frage. Wieso das so ist, erklärt Philipp Rauch, Markt­ma­nager OEM Indus­tri­elle Antriebs­technik bei ebm-papst in St. Georgen.


Klein­span­nung ist ein Bereich der Nieder­span­nung und wird defi­niert als maximal 120 Volt Gleich­span­nung oder maximal 50 Volt Wech­sel­span­nung. Für Mensch und Tier ist Klein­span­nung zwar nicht harmlos, aber auf jeden Fall nicht lebens­be­droh­lich. Und auch für empfind­same Gerät­schaften kann Klein­span­nung in der Umge­bung sinn­voll sein. Bei indus­tri­ellen Antrieben von ebm-papst sind 24 oder 48 Volt Gleich­span­nung üblich. Dies heißt natür­lich nicht, dass die Motoren an genau diese Span­nung ange­schlossen werden müssen. Viel­mehr sorgen Gleich­richter und Trans­for­ma­toren in Netz­teilen für die Sicher­heit — und Kunden können in den aller­meisten Fällen Netz­an­schlüsse oder Batte­rien verwenden.

Chirurg mit ruhiger Hand

Aber welche Span­nung gilt nun als Schutz­klein­span­nung? Auf diese Frage gibt es keine pauschalen, sondern nur konkrete Antworten. Denn eine klas­si­sche Defi­ni­tion für Schutz­klein­span­nung exis­tiert nicht, nur die Idee, dass die Span­nung völlig unge­fähr­lich sein muss. Aber wann sie das ist, kommt schlicht auf den jewei­ligen Anwen­dungs­fall an. Ein elek­trisch betrie­bener OP-Tisch zum Beispiel erfüllt zum Schutz des Pati­enten beson­ders hohe Anfor­de­rungen. Obwohl 120 Volt Gleich­span­nung auf dem Papier als (vermeint­lich harm­lose) Klein­span­nung gelten, könnten schon kleine elek­tri­zi­täts­be­dingte Muskel­re­flexe bei Patient oder Chirurg fatal sein. Auch Sicher­heits­kon­zept und Gerä­te­de­sign entscheiden über die Wahl der rich­tigen Span­nung: Bei einem geeig­neten Isola­ti­ons­kon­zept passen die Antriebe aus dem modu­laren Antriebs­system von ebm-papst zu jeder Anwen­dung.

Perfekt für selbst­fah­rende Systeme

Klein­span­nung geht nicht mit Leis­tungs­ein­schrän­kung einher, wie man viel­leicht meinen könnte. ebm-papst Antriebe mit Klein­span­nung treiben etwa selbst­fah­rende Fahr­zeuge der Intra­lo­gistik, soge­nannte Auto­mated Guided Vehi­cles (AGV), an — und sind dabei dennoch kraft­voll, effi­zient und kompakt. Kunden brau­chen bei AGV keine Kompro­misse bei der Leis­tung zu machen und genießen trotzdem die Sicher­heit, dass durch die Fahr­zeuge keine Gefahr eines elek­tri­schen Schlags besteht.

Weniger Risiko = weniger Aufwand

Wenn Kunden für ihre Anwen­dungen ohne Weiteres auf Antriebe mit Klein­span­nung setzen können, profi­tieren sie auch an auf den ersten Blick uner­war­teten Stellen: So darf auch Personal ohne Quali­fi­ka­tion im Umgang mit Nieder­span­nung die Inbe­trieb­nahme durch­führen, wenn Sicher­heits- und Risi­ko­be­trach­tung dies erlauben. Und bei Monta­gero­bo­tern etwa werden einfa­chere Anlagen- und Werks­kon­zepte möglich. Klein­span­nung lohnt sich also mehr­fach. Die rich­tige Schutz­klein­span­nung sogar noch mehr. 

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