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Mobil mit Wasser­stoff

Ob Drohne, Roboter oder Golf­cart: Mobile Anwen­dungen sollen leicht sein, lange laufen und sich schnell wieder aufladen lassen. Mit seinen kompakten Wasser­stoff-Brenn­stoff­zellen macht Spec­tronik genau das möglich. Venti­la­toren und Gebläse von ebm-papst sorgen dabei für stabile Tempe­ra­turen und eine zuver­läs­sige Sauer­stoff­ver­sor­gung.


Die Morgen­sonne liegt noch flach über dem Grün, als das elek­tri­sche Golf­cart lautlos vom Club­haus losrollt. Auf der weit­läu­figen Anlage pendelt es zwischen Abschlägen und Fair­ways hin und her. Seine Reich­weite ist jedoch begrenzt: Spätes­tens zur Mittags­zeit ist die Batterie leer und das Cart muss für mehrere Stunden an die Lade­säule. Das ist ein typi­sches Problem für kleine E-Fahr­zeuge. Grund dafür ist die geringe Ener­gie­dichte der Batterie: Sie ist zwar klein und leicht, spei­chert aber nur wenig Energie. Zudem lässt sich die Batterie nicht beliebig schnell aufladen, weil sie sonst über­hitzen würde. Eine größere Batterie löst das Problem eben­falls nicht: Sie macht das Fahr­zeug nur schwerer und damit ener­gie­hung­riger. Kleine, mobile Anwen­dungen brau­chen daher eine andere Ener­gie­quelle, die mehr Reich­weite ermög­licht, schneller wieder einsatz­be­reit ist und dabei emis­si­ons­frei bleibt.

Spec­tronik ist ein junges Unter­nehmen aus Singapur. Ihre Mission: Wasser­stoff-Brenn­stoff­zellen für jeden zugäng­lich zu machen. (Foto | Spec­tronik)

Die Demo­kra­ti­sie­rung der Brenn­stoff­zelle

Genau hier setzt Spec­tronik an. Das Unter­nehmen mit Sitz in Singapur hat sich auf kompakte Wasser­stoff-Brenn­stoff­zellen spezia­li­siert. Das erklärte Ziel des Unter­neh­mens ist die Weiter­ent­wick­lung und Demo­kra­ti­sie­rung einer Tech­no­logie, die aufgrund ihrer komplexen Bauweise bislang nur großen Anwen­dungen wie Lkw und Bussen vorbe­halten war. Mit seiner Protium-Serie hat es das Unter­nehmen geschafft, die Tech­no­logie stark zu kompri­mieren. Das Ergebnis: viel Energie auf kleinem Bauraum bei wenig Gewicht. Zudem sind die Zellen in wenigen Minuten betankt und im Betrieb völlig emis­si­ons­frei. Schließ­lich entsteht bei der Reak­tion von Wasser­stoff mit Sauer­stoff – neben Energie – nur Wasser als Abfall­pro­dukt. Damit öffnet Spec­tronik die Tech­no­logie für komplett neue Anwen­dungen, für die Wasser­stoff-Brenn­stoff­zellen bislang zu groß oder zu schwer waren. Jedoch bringt die Kompakt­heit auch neue tech­ni­sche Heraus­for­de­rungen mit sich.

Cool und frisch für volle Power

Brenn­stoff­zellen erzeugen Strom elek­tro­che­misch – und das nicht verlust­frei. Rund die Hälfte der frei­ge­setzten Energie ist Abwärme. Außerdem gelangt mit dem Reak­ti­ons­pro­dukt auch Feuch­tig­keit ins System. Ohne ein gezieltes Thermo- und Luft­ma­nage­ment droht die Zelle damit zu über­hitzen oder zu „ertrinken“. Dabei braucht die Zelle immer genü­gend Sauer­stoff, um Leis­tung zu bringen – vor allem, wenn das Fahr­zeug beschleu­nigt. Bishe­rige Lösungen bestanden aus komplexen Flüs­sig­kühl­sys­temen und Kompres­soren. Für Lkw und Busse sicher eine gute Lösung, für klei­nere Mobil­an­wen­dungen aber viel zu klobig und inef­fi­zient. Spec­tronik hat deshalb ein inno­va­tives System entwi­ckelt, das auch auf engem Raum Tempe­ratur und Feuch­tig­keit regu­liert und die Brenn­stoff­zelle mit Frisch­luft versorgt.

„Wir demo­kra­ti­sieren Brenn­stoff­zellen und bringen sie in alle mobilen Anwen­dungen.“

Spec­tronik

Für ersteres kommen zwei bis sechs AxiForce 80 Venti­la­toren von ebm-papst zum Einsatz. Sie leiten die warme, feuchte Luft zuver­lässig nach draußen und halten die Brenn­stoff­zelle im opti­malen Tempe­ra­tur­be­reich. Zwei Tempe­ra­tur­sen­soren über­wa­chen dabei konti­nu­ier­lich den Zustand der Zelle und über­mit­teln die Mess­werte an eine Steu­er­ein­heit (MCU). Diese vergleicht die Ist- mit der Soll-Tempe­ratur und regelt über einen PID-Controller die Dreh­zahl der Venti­la­toren – präzise und reak­ti­ons­schnell mit Puls­wei­ten­mo­du­la­tion (PWM). Dabei verteilt die Steu­er­ein­heit die Kühl­leis­tung gezielt auf mehrere Venti­la­toren. So muss kein einzelner Venti­lator dauer­haft auf Höchst­leis­tung laufen. Das schont die Kompo­nenten, erhöht die Lebens­dauer und spart Energie. Ein zusätz­li­cher Vorteil: Dank ihrer DC-Motoren arbeiten die Venti­la­toren auch im Teil­last­be­reich beson­ders effi­zient.

Neben den rich­tigen Tempe­ra­turen ist aber auch die Sauer­stoff­ver­sor­gung entschei­dend. Dafür sorgen ein bis zwei Radi­al­ge­bläse RVE 45 von ebm-papst. Sie lassen die Brenn­stoff­zelle im wahrsten Sinne des Wortes „atmen“, indem sie Frisch­luft von außen zuführen und den Luft­strom je nach Leis­tungs­be­darf dyna­misch einstellen. So erhält die Zelle jeder­zeit genug Sauer­stoff für die Reak­tion, um auch bei Leis­tungs­spitzen ausrei­chend Energie zu produ­zieren.

Mehr Leis­tung? – Mehr Zellen!

Die Brenn­stoff­zellen von Spec­tronik sind kompakt, leis­tungs­stark und effi­zient. Aber was ist, wenn die Leis­tung einer Zelle nicht ausreicht, um das komplette Fahr­zeug anzu­treiben? Auch an diesen Fall hat Spec­tronik gedacht und seine Protium-Serie modular aufge­baut. Eine Zelle funk­tio­niert damit nicht nur für sich, sie lässt sich bei Bedarf auch mit weiteren Einheiten kombi­nieren. Mehr Leis­tung oder Reich­weite sind also kein Problem. Kühlung und Sauer­stoff­ver­sor­gung sind dabei Teil des modu­laren Konzepts und fest in jede Einheit einge­baut.

Damit stößt Spec­tronik eine Revo­lu­tion der Brenn­stoff­zelle an. Mobile Anwen­dungen gewinnen an Ausdauer – ohne schwere oder komplexe Batte­rie­sys­teme. Drohnen fliegen mit Leich­tig­keit komplette Einsätze statt nur kurzer Runden. Haus­halts­ro­boter arbeiten den ganzen Tag durch, ohne ständig nach­laden zu müssen. Und Golf­carts bleiben im Dauer­ein­satz, statt stun­den­lang an der Steck­dose. Wo herkömm­liche Batte­rien schlapp­ma­chen, sorgt Wasser­stoff für mehr Leis­tung und Reich­weite – effi­zient, kompakt und flexibel skalierbar.

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