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Kühltürme: Silence, s’il vous plaît!

Die Pariser Hochhausstadt La Défense ist Europas größtes Büroviertel. Hier soll es vor Betriebsamkeit brummen – nicht aus den Kühlgeräten! Dafür sorgen die Kühlturm-Experten von Jacir.


Der Morgen bricht an in La Défense. Die ersten müden Angestellten stolpern aus der Linie 1 der Pariser Metro , die gigantischen Hochhäuser von La Défense erwachen mit blinzelnden Lichtern hinter den Glasfassaden. Doch der Kühlturmhersteller Jacir hat in dieser Januarnacht 2019 schon ein großes Stück Arbeit vollbracht. Zu nachtschlafender Zeit hatten sich auf seine Order hin Schwerlasttransporter durch die leeren Straßen geschleppt: Zwölf Edelstahlquader von jeweils 7,6 auf 7,7 Metern wurden vor einem Gebäude abgeladen, das an einen umgedrehten Pilz erinnert: das Herz von enertherm, verantwortlich für das Warm- und Kaltwassernetz von La Défense.

Von enertherm hängt die Wohlfühltemperatur in den Wohnungen und Arbeitsstätten hunderttausender Menschen ab: Via Rohleitungsnetz transportiert enertherm kaltes Wasser zur Klimatisierung und warmes Wasser fürs Heizen direkt zu den Gebäuden.

Doch es gab Probleme: Die Kühltürme in der enertherm-Produktionsanlage waren veraltet. Sie dienen zur Kühlung der Kondensatoren, die die Wärme aus dem Wasser leiten. enertherm kämpfte mit Leckagen, die Wartung war kompliziert. Und dann noch der Lärm: Die nächsten Wohn- und Geschäftsgebäude sind nur 50 Meter von der Anlage entfernt und damit zu nah für den Geräuschpegel, den die alten Türme erzeugten.

In drei Etappen installierten die Kühlturm-Experten von Jacir 36 maßgefertigte Kühltürme unter dem Dach des enerthem-Gebäudes. (Foto | enertherm)

36 maßgefertigte Kühltürme

Hier punktete Jacir: Die Kühlturm-Experten mit Sitz in Pontault-Combault südöstlich von Paris setzten sich bei der Ausschreibung von enertherm durch und bekamen den Auftrag über 36 maßgefertigte Kühltürme, die in drei Etappen unter dem Dach des enertherm-Gebäudes installiert werden sollten. Antoine Robichon, Jacirs Technischer Direktor, ist sich sicher: „Für enertherm war nicht der Preis ausschlaggebend – wir waren nicht günstiger als der Wettbewerb –, sondern vor allem, wie leise unser Produkt ist. Auf dem Papier war die Anlage unseres stärksten Mitbewerbers zwar gleich leise, aber unsere ist es auch in der Realität. Die Berechnungen von ebm-papst erwiesen sich als absolut valide.“

Insgesamt verbaute Jacir 324 RadiPac-Ventilatoren mit einer Baugröße von 1.000 Millimetern in den Kühltürmen für enertherm. (Foto | enertherm)

Wer 20 Meter von den Jacir-Kühltürmen entfernt steht, nimmt lediglich 37 dB(A) war – weniger als ein Fernseher mit Zimmerlautstärke. Dabei stecken in jedem Kühlturm neun Ventilatoren, die einen Volumenstrom von 270.000 m³/h Luft erzeugen. „Wir haben uns für RadiPac Radialventilatoren von ebm-papst entschieden, weil wir nur mit ihnen den Anforderungen gerecht werden konnten“, sagt Robichon.

324 Ventilatoren

Zu diesen Anforderungen zählten neben der Geräuscharmut vor allem Energieeffizienz und Verschleißfreiheit: Die Ventilatoren haben ein breites Wirkungsgradoptimum mit einem statischen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 68 Prozent. Die EC-Außenläufermotoren der Radialventilatoren sind zu 100 Prozent drehzahlsteuerbar und wegen der Kugellager mit Langzeitschmierung wartungsfrei. Mit den neuen Kühltürmen schafft enertherm eine Gesamtkälteleistung von 129 Megawatt. Insgesamt verbaute Jacir 324 RadiPac-Ventilatoren mit einer Baugröße von 1.000 Millimetern in den Kühltürmen für enertherm.

Das Projekt teilte sich in drei Lieferungen á zwölf Türme, die Jacir auf dem Dach des enertherm-Gebäudes in einer Höhe von fünf Metern installieren musste – kein leichtes Unterfangen und ein ordentlicher Organisationsaufwand: „Die Schwerlasttransporter durften nur bei Nacht fahren, der 1.000-Tonnen-Kran konnte nur am Tag arbeiten. Und der Kranführer konnte nicht sehen, was am Ende des 100 Meter langen Arms passiert“, erzählt Robichon.

Doch die Positionierung der Kühltürme glückte – und festigte gleichzeitig die Position Jacirs auf dem Markt: „Es war ein wichtiges Projekt für uns. Die neu entwickelten technischen Möglichkeiten werden wir auch in Zukunft nutzen“, sagt Robichon.

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