© Tobias Gerber, Fotogloria

Aufwärts im Shoppingcenter

Die Lüftungsanlage im Neckarsulmer Einkaufscenter wollte nicht mehr. Reparatur unmöglich. Objektleiter Peter Halblaub suchte eine Lösung. Er entschied sich für ein FanGrid — und Gebäudetechniker Wolfgang Stickel stapelte RadiPac auf RadiPac.


Als Peter Halblaub die Antriebsriemen um die Ohren flogen, ahnte er, dass ihm ein größeres Projekt bevorstand. Es war ein warmer Tag im Oktober 2019 und er stand vor der Lüftungsanlage, die das Einkaufcenter Neckarsulm seit fast 30 Jahren mit frischer Luft versorgt. Zumindest sollte sie das eigentlich tun. Doch in diesem Moment herrschte Stillstand. „Wir hatten die Antriebsriemen erst kurz zuvor gewechselt, nun stand die Anlage schon wieder“, erinnert sich Peter Halblaub. Der Objektleiter bei Sauter FM GmbH ist für das Gebäude und die technischen Anlagen im Einkaufszentrum verantwortlich. „Uns war klar, dass die Anlage irgendwann kaputtgehen würde, dass es dann aber so Schlag auf Schlag ging, hat uns doch überrascht.“

Er kontaktierte Gebäudetechnik-Fachmann Wolfgang Stickel und der bestätigte seine schlimmsten Befürchtungen: „Die Lagerung der Achse war völlig defekt. Das Ventilatorrad war dadurch abgesackt und hatte sich ins Gehäuse eingefressen.“ Einen schichtweisen Wiederaufbau der Achse schloss er aufgrund des enormen Materialabriebs aus. Außerdem passte die gesamte Anlage schlicht nicht mehr in die heutige Zeit. „Als die Lüftung installiert wurde, spielte Energieeffizienz noch keine große Rolle. Heute ist das anders“, sagt Stickel. Damit war klar: Eine neue Anlage musste her.

Das FanGrid sorgt für effiziente Luftleistung und ist dabei so leise, dass das Shoppingerlebnis davon ungestört bleibt. (Foto | Tobias Gerber, Fotogloria)

Die Zeit im Nacken

„Klar war aber auch: Es muss schnell gehen“, erinnert sich Peter Halblaub. „Denn ein Shoppingcenter ohne funktionierende Lüftung ist unvorstellbar!“ Er machte sich also auf die Suche nach Lösungen und Lieferanten, prüfte, ob diese lieferfähig waren — und ob sie die Kriterien erfüllen, die Sauter FM seinen Projekten zugrunde legt: Modern und energieeffizient sollten die Geräte sein, günstig im Unterhalt und schnell verfügbar. Stimmen musste auch der Preis für diese Leistung: „Wir können es unserem Kunden nicht zumuten, dass auf gut Glück irgendetwas eingebaut wird und es nachher heißt, wir hätten uns verkalkuliert.“ Bei seiner Recherche stieß er auf ebm-papst und stellte fest, dass hier alles passte: die Produkte, die Lieferzeit, der Service, der Preis. Wolfgang Stickel erhielt den Auftrag und kontaktierte die Hohenloher Lüftungsspezialisten mit einem ersten Konzept. „Ich wusste ganz genau, was ich will“, sagt er.

„Obwohl so viel Kraft dahintersteckt, ist der Lärmpegel sehr niedrig. Die RadiPacs laufen sehr leise und hocheffizient.“

Peter Halblaub, Objektleiter Sauter FM GmbH

„Ich habe Rudi Weinmann vom ebm-papst Vertrieb das Problem mit unserer Lüftungsanlage geschildert und ihm meine Anforderungen an neue Geräte genannt.“ Bei einem Vor-Ort-Termin verschaffte sich Weinmann gemeinsam mit Stickel einen Überblick und suchte nach der besten Lösung. Mithilfe des Auslegungsprogramms FanScout von ­ebm-papst wurde die auch schnell gefunden: Ein FanGrid, also eine Ventilatorenwand, bestehend aus mehreren ­RadiPac Radialventilatoren in EC-Technologie, sollte es sein. „Ich habe das Angebot geprüft, nachgemessen und dann haben wir das so durchgezogen“, sagt Stickel.

Plasmaschneider gegen Stahlkoloss

Was einfach klingt, war in der Umsetzung allerdings alles andere als leicht. Denn bei der Installation der alten Anlage vor 30 Jahren war das tonnenschwere Ventilatorrad mit einem Kran über das Dach eingebracht und anschließend eingemauert worden. Mit einem Durchmesser von 2,50 Metern und einer Auslegungslänge von zwei Metern passte es nicht durch die vorhandene Tür. Um den Stahlkoloss aus dem Raum zu bekommen, musste also größeres Gerät her. Eine Abrissfirma rückte ihm mit Plasmaschneidern zu Leibe und transportierte die klein geschnittenen Teile einzeln durch die Tür nach draußen. Eine wahrlich schwergewichtige Aufgabe.

Peter Halblaub und Wolfgang Stickel sind begeistert vom Wumms der 16 RadiPacs. (Foto | Tobias Gerber, Fotogloria)

Ventilator auf Ventilator

Eine Herausforderung stellte der vorhandene Bauraum dann auch für die Auslegung und den Aufbau der neuen Anlage dar, denn viel Platz bot der gerade einmal fünf auf zehn Meter große Raum nicht. „Rohre und Leitungen machten das Einpassen noch zusätzlich kniffelig“, sagt Wolfgang ­Stickel. Doch das Projektteam hatte sich mit dem FanGrid für einen modularen Ansatz entschieden. Statt einen riesigen Ventilator installierten Stickel und sein Team 16 RadiPacs der Baugröße 400 zu einem großen FanGrid. Die handlichen Ventilatoren trug er einfach durch die Tür. „Eine Lösung mit neun Ventilatoren wäre knapp ausreichend, aber grenzwertig gewesen. Wir wollten auf Nummer sicher gehen und haben uns deshalb für die große Lösung entschieden“, sagt der Elektromeister. „Es gab zwar skeptische Stimmen, die bezweifelten, dass wir in dem Raum wirklich 16 Ventilatoren unterbringen, aber ich wusste: Wir schaffen das!“

Gibt Schwingungen keine Chance

Stück für Stück montierten er und seine Mitarbeiter die RadiPacs und schlossen sie an. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf die Steifigkeit und Stabilität der mechanischen Verbindungen. „Wenn so viele einzelne Ventilatoren zu einer großen Ventilatorenwand zusammengebaut sind, kann es zu Resonanzschwingungen kommen. Schwingt sich die Wand auf, stürzt sie im schlimmsten Fall ein.“ Zusätzlich wurde jeder Ventilator einzeln eingemessen und die Gesamt­resonanz gemessen. Um die Schwingungen gering zu halten, sind die RadiPac Radialventilatoren mit einer Resonanzerkennung ausgestattet. Schwingungssensoren erfassen die Resonanzen und machen sie unwirksam. Beim Test-Hochlauf wird die Vibrationshöhe über den gesamten Drehzahlverlauf analysiert. Tauchen zu hohe Schwingschnellen auf, überfährt die Steuersoftware die kritischen Drehzahlbereiche im Betrieb automatisch.

Am Ende passte alles. Zur bestehenden Wand hin wurden die Ventilatoren abgedichtet. Eine winzig kleine Tür ermöglicht den Zugang zur Rückseite. „Wie akkurat die ganzen elektrischen Anschlüsse und Leitungen da drinliegen, das ist schon sehr beeindruckend“, sagt Peter Halblaub begeistert. „Wir haben sehnsüchtig auf den ersten großen Probelauf gewartet.“

Testlauf auf Volllast

Anfang Januar war der große Tag endlich da. Die Anlage sollte auf Volllast fahren. Neben Wolfgang Stickel und Peter Halblaub waren auch die Ingenieure von ebm-papst vor Ort. „Da war schon ganz schön Wumms dahinter, als die 16 Geräte hochliefen“, erinnert sich Peter Halblaub und klingt immer noch begeistert: „Obwohl so viel Kraft dahintersteckt, ist der Lärmpegel sehr niedrig. Die alte Maschine hat selbst im Leerlauf schon mehr Randale gemacht. Die ­RadiPacs laufen sehr leise und hocheffizient.“ Und die Wand? Die stand wie eine Eins: kein Aufschwingen, keine Vibrationen. Im Lüftungsraum lächelte ein glückliches Projektteam.

Ein weiterer Vorteil des FanGrids ist die damit verbundene Betriebssicherheit. Durch die 16 Ventilatoren arbeitet das System redundant. Da die Anlage leicht überdimensioniert ist, kann selbst bei Ausfall eines Ventilators der Nennbetrieb durch Nachregeln der verbleibenden 15 Ventilatoren voll aufrechterhalten werden. Das ist für den Betreiber von größter Bedeutung, drohen doch bei einem Ausfall der Lüftungsanlage ansonsten Beschwerden bis hin zu Mietausfällen.

„Bei der neuen Lösung fahren wir bedarfsgerecht Geschwindigkeiten von null bis hundert — gleitend entlang der Kennlinie.“

Wolfgang Stickel, Gebäudetechniker Sauter FM GmbH

Die Zufriedenheit hält auch gut zehn Monate nach diesem Highlight an. „Die Anlage arbeitet nach wie vor einwandfrei, wir hatten bisher keinen einzigen Ausfall“, bestätigt Peter Halblaub. Auch die Steuerung über die FanControl überzeugt. „Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht“, sagt Wolfgang Stickel. „Die alte Anlage hatte nur zwei Stufen. Bei der neuen Lösung fahren wir bedarfsgerecht Geschwindigkeiten von null bis hundert — gleitend entlang der Kennlinie. Das FanGrid schafft bei 1.000 Pascal statischem Druck einen Volumenstrom von etwas über 120.000 Kubikmetern pro Stunde. Die Anlage wird druckgeregelt betrieben, das ist jetzt absolut zeitgemäß.“

Immens Energie gespart

Das macht sich auch bei der Energieeffizienz bemerkbar. „Wir justieren noch Feinheiten nach“, erklärt Peter Halblaub. „Aber wir wissen schon jetzt, dass wir immens weniger Stromverbrauch haben. Die Einsparungen liegen bei fast 50 Prozent. Wir kontrollieren die Anlage auch ständig auf Schmutzpartikel, haben aber bis jetzt nichts gefunden, über das wir uns auslassen können.“ Seine Entscheidung für die FanGrid Lösung war die richtige, da ist er sich mittlerweile sicher. So sicher, dass er über ein Retrofit für eine weitere Lüftungsanlage in Neckarsulm nachdenkt. Das Ventilatorenstapeln im Shoppingcenter hat sich gelohnt.

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