Der mechanisch-pneumatische Verbund hat sich als zuverlässiges Prinzip für die Gemischregelung in Gasbrennwertthermen etabliert: Ein Gebläse saugt Umgebungsluft über ein Venturi-Rohr an. Dabei entsteht ein Unterdruck, der das Gasventil öffnet und den Brennstoff ansaugt. Das Verbrennungsluftverhältnis (λ) gilt bei λ = 1,3 als optimal und berechnet sich als Quotient aus dem Volumenstrom (VFuel ) des Brennstoffs und dem der Luft (VAir ).

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Der Volumenstrom gibt an, welche Menge des Fluids, also des Gases oder der Luft, in einer bestimmten Zeit durch eine definierte Fläche strömt. Für die Luft wird die Fläche in einer Brennwerttherme durch das Venturi bestimmt, beim Gas durch die Hauptmengendrossel. Beide Komponenten wirken als strömungsmechanischer Widerstand, was zwischen Eingang und Ausgang zu einem Druckunterschied (ΔP) führt.
Dieser beeinflusst gemeinsam mit der Fläche (A), dem Widerstandsbeiwert (ζ) und der Dichte (ρ) des Mediums maßgeblich die Höhe des Volumenstroms. Der Zusammenhang wurde bereits im 18. Jahrhundert von Daniel Bernoulli beschrieben, dessen Gleichung die theoretische Grundlage für die Volumenstromberechnung bildet. Sie steckt im Zähler und im Nenner der hier vorgestellten Formel.
Da die Geometrie und damit die Fläche von Hauptmengendrossel und Venturi fix sind, bleibt nur die Druckdifferenz als veränderliche Größe. Für die Luft ergibt sich diese aus dem Atmosphärendruck (p1 ) und dem vom Gebläse abhängigen Venturidruck (p4 ). Für das Gas gilt die Differenz aus Venturidruck (p4 ) und dem Druck am Ausgang des Gasventils (p2 ), der sich aus dem Atmosphärendruck (p1 ) und dem sogenannten Offsetdruck zusammensetzt. In einem mechanisch-pneumatischen Verbund wird der Offsetdruck einmalig bei der Inbetriebnahme fest eingestellt. Kein Problem, solange das Mischverhältnis während des Betriebs nicht geändert werden muss. Ein elektronisches Gasventil macht das System flexibler: Es erlaubt, den Offsetdruck über eine Software zu steuern und somit den Gasvolumenstrom aktiv zu regeln.

Das spielt etwa bei der Nutzung von reinem Wasserstoff als Brennstoff eine wichtige Rolle. Da dieser sehr reaktionsfreudig ist, lässt sich der Gasanteil während der Zündung für einen kurzen Moment reduzieren, um beispielsweise Flammenrückschlag zu vermeiden. Zudem ermöglicht die präzisere Regelung der Luftzahl einen höheren Modulationsgrad und der Betrieb der Brennwerttherme kann noch besser an den tatsächlichen Wärmebedarf angepasst werden.

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