Bei den heute aerodynamisch sehr ausgefeilten Ventilatoren werden Laufräder und Einströmdüsen in der Regel aus Kunststoff gefertigt. Per Spritzguss geformter Kunststoff ermöglicht eine präzise Gestaltung, sodass Bauteile mit sehr kleinen Toleranzen hergestellt werden können. Nachteilig sind bei Kunststoff jedoch im Brandfall, die Gasentwicklung sowie die geringere Formstabilität. Daher ist der Einsatz in manchen Märkten, wie hauptsächlich in den USA, oft in Asien und teilweise in Europa (Frankreich) nur sehr begrenzt möglich.
Moderne Fertigung für Hochleistungslaufräder
Die Ventilatorenexperten von ebm-papst setzen daher auf neue und bessere Möglichkeiten in Formgebungs- und Fügeverfahren von Metallblech, um moderne Hochleistungslaufräder zu entwickeln, die im Brandfall weder schmelzen noch Rauch erzeugen und effizient überall eingesetzt werden können (Bild 1). Dabei sind Formen des errechneten aerodynamisch günstigsten Designs von Schaufel, Boden und Deckscheibe technisch umsetzbar (Bild 2). Die Fertigungstoleranzen sind heute ebenfalls sehr gering, der Luftspalt zwischen Einströmdüse und Laufrad fällt so geringer aus als beim Vorgänger in Metallausführung. Dadurch ergibt sich bei der neuen Baureihe auch ein höherer Wirkungsgrad (Bild 3). Bei Bedarf können Hybridausführungen aus Metalllaufrad und Kunststoff-Einströmdüse mit einem kleineren Luftspalt für eine noch bessere Effizienz konfektioniert werden.
Die Einzelteile der Laufräder werden mit Hilfe von modernen Schweißverfahren zu einer Einheit gefügt. Die Tücke liegt dabei im Detail: Die Produktion muss auch bei hohen Stückzahlen immer reproduzierbare Ergebnisse mit hoher Maßhaltigkeit und Lebensdauer bieten. Schweißen als thermisches Verfahren ist jedoch bekannt dafür, dass es das Metallgefüge verändert und zu lokal geringerer Festigkeit führen kann. Durch eine optimierte Formgebung der Ventilatorschaufeln an der höherbelasteten Austrittkante kann die Belastung jedoch weg von der Verbindungsstelle am Schaufelfuß und ins unveränderte Materialgefüge verlegt werden.


Die nach materialspezifischen und aerodynamischen Gesichtspunkten gestalteten Einzelteile ermöglichen eine nahezu uneingeschränkte 3-D Formgebung. So arbeiten die Laufräder mit fünf Schaufeln und der verbesserten Geometrie deutlich leiser und effizienter im Betrieb als sein Vorgänger in Metallausführung. Durch eine dazu noch bessere Festigkeit der Laufräder können, bei fast identischem Gewicht, zudem noch höhere Drehzahlen erreicht werden. Das sorgt außerdem für eine gesteigerte Luftförderung bei gleichen Abmessungen. Der maximale Laufraddurchmesser beträgt dabei 800 mm. (Bild 4).

Der RadiPac M setzt neue Maßstäbe
Bernhard Siedler, globaler Produktmanager für die RadiPac Baureihe, erklärt, was dahintersteckt.
Baugrößen und Einsatz des RadiPac M
Für einen möglichst universellen Einsatz wurden die Änderungen bei der dritten RadiPac Ventilatorgeneration in Metallausführung von ebm-papst auf die relevanten Baugruppen beschränkt. So sind die Montageplatte und zahlreiche Randbaugruppen nahezu identisch bzw. kompakter, ein einfacher Austausch gegen alte Ventilatoren ist problemlos möglich (Bild 5). Auch vorhandene Vorleitgitter für mehrere gleiche Ventilatoreinheiten und Einströmdüsen für die Ventilatoren sind kompatibel. Die Ventilatoren der Baureihe sind mit Laufraddurchmessern von 280 bis 800 mm erhältlich und bieten eine Motorleistung von ca. 170 W bis 24 kW.
Zudem können die größeren Baugrößen 710 und 800 mit stärkeren Motoren bestückt werden, was zu höheren Fördervolumen bei gleichzeitig hohem Wirkungsgrad führt. Letztere entspricht beim 800 mm Ventilator rund 50.000 m³/h Fördervolumen (frei ausblasend) und bei 2.000 Pascal Druckerhöhung immer noch 30.000 m³/h. Je nach Anwendungsanforderung gibt es die RadiPac Ventilatoren in langer (Standardtype) oder optional auch als kompakte Kurz-Version. Bei der Standardversion sitzt das Laufrad vorne am Motor, bei der Kompaktversion für platzkritische Anwendungen wird das Laufrad am Rotorflansch befestigt, sodass der Motor in das Laufrad hineinragt (Bild 6).
Elektronik und Motoren mit automatischer Resonanzerkennung
Radialventilatoren werden in den unterschiedlichsten Anwendungen eingesetzt. Je nach Einbausituation kann es in bestimmten Drehzahlbereichen zu Resonanzen kommen. Wird ein Ventilator häufig in einem solchen kritischen Bereich betrieben, kann das Lagersystem des Antriebsmotors Schaden nehmen und so zum vorzeitigen Ausfall des Ventilators führen. Für Anlagenbetreiber sind diese Vibrationen zwar messbar, lassen sich aber nicht einfach abstellen. ebm-papst löst dieses Problem bei den RadiPac Radialventilatoren mit einer automatischen Resonanzerkennung. Diese registriert bei einem Hochlauf bis zur Nenndrehzahl mögliche anwendungsspezifische Resonanzdrehzahlen, die dann im späteren Betrieb ausgespart oder schnell durchfahren werden.
Das schont die Lager und erhöht die Zuverlässigkeit. Alle Ventilatoren können über 0-10 VDC oder MODBUS RTU gesteuert werden, sind mit integrierten EMV-Filtern ausgerüstet und erfüllen die einschlägigen EU- und oder z. B. UL-Zulassungen für den US-Markt. Darüber hinaus ist ein Fernmonitoring der Ventilatoren ebenso möglich wie eine einfache Einbindung externer Sensoren an die Lüftersteuerung. Zusätzlich wurden die EC-Motoren an aktuelle Anforderungen angepasst, welche ohne die teuren Seltenerdmagnete auskommen. Hohe Effizienz über das gesamte Drehzahlband erlaubt in Verbindung mit der intelligenten Steuerung einen exakt auf den jeweiligen Luftbedarf abgestimmten, energiesparenden Betrieb.





Schreiben Sie einen Kommentar