© Steve Etherington for Mercedes-Benz Grand Prix Ltd.

“Man muss die Luft da durch zwingen”

Heute sind die formschönen Ventilatoren am Seitenkasten und Überrollbügel ein vertrauter Anblick. Aber noch vor drei Jahren waren diese Kühllösungen, die den Luftstrom um 518 Prozent verbessern, undenkbar. Mark Wilson, Sales Director bei ebm-papst Automotive & Drives (UK), erinnert sich daran, wie die Entwicklung zustande kam.


Wie kühlte man bei Mercedes-AMG Petronas Motorsport Öl und Wasser im Auto, bevor es die heutige Lösung gab?

Man verwendete einen AC-Ventilator mit vorwärts gekrümmten Schaufeln. Bis 2013 benutzten fast alle F1 Teams ausschließlich diese Standardlösung. Der Grund dafür ist, dass ein ziemlich hoher Gegendruck und ein hohes Luftvolumen erforderlich sind, um Öl und Wasser in kurzer Zeit zu kühlen. Es war ganz normal, den Ventilator außen am Wagen zu platzieren, nur mit einem Schlauchstück, das in den Seitenkasten geführt wurde. So war es vor unserer Partnerschaft mit dem Team.

Was änderte sich 2014?

Im ersten Jahr unserer Partnerschaft haben wir direkt damit begonnen, über eine neue Lösung nachzudenken. Mercedes-AMG Petronas Motorsport hatte einen ‚Design Brief‘, eine Art Vorentwurf für die Entwicklung. Die neue Kühllösung sollte mobil und äußerst leistungsfähig sein und sie sollte mit einer 24 VDC-Batterie und mit Wechselstrom laufen. Wir mussten also eine DC-Lösung finden und einen Transformator für das Laden mit Wechselstrom für die Werkstattarbeiten. Also haben wir uns hingesetzt und haben uns überlegt, welche neuen Produkte dafür in Frage kämen. Das “S-Force” Aggregat war perfekt dafür – damit veränderte sich die Situation vollkommen!

Warum haben Sie diese andere Lösung nicht schon früher ins Spiel gebracht?

Mark Wilson, Sales Director bei ebm-papst Automotive & Drives (UK) Foto | ebm-papst

Früher gab es einfach nichts Passendes. Den Gedanken, einen kleinen Axialventilator einzusetzen, konnte man bei der geforderten Leistung vergessen. Es hätte nie funktioniert. Und dann kam die Entwicklung des 4114 S-Force von ebm-papst St. Georgen. Ursprünglich war dieser Ventilator für eine anspruchsvolle Telekommunikation-Anwendung konzipiert worden. Plötzlich hatten wir ein Gerät, das 11.000 Umdrehungen pro Minute schaffte, bis zu 570 m3/h, und das an einem sehr hohen Betriebspunkt arbeitete. Und es war auch viel leichter: Wir kamen von einem Laufrad mit vorwärts gekrümmten Schaufeln in einem Aluminiumgussgehäuse – das nur in der Werkstatt eingesetzt werden konnte, denn es lief mit Netzstrom – und landeten schließlich bei einem leichten Ventilator aus Polycarbonat, der praktisch überall einsetzbar ist: Man kann ihn in der Box, im Parc fermé und in der Startaufstellung einsetzen. Man braucht keinen mobilen Strom und keine Generatoren mehr, sondern hat jetzt diese tragbare Lösung mit eigener Stromversorgung. Und außerdem ist die verfügbare Leistung wesentlich höher. Ein absoluter Gewinn: leichter, mobil und es kann alles besser. Und Mercedes-AMG Petronas Motorsport waren die Ersten, die es einsetzten.

Warum ist das Design so besonders?

Das Einzigartige daran ist, dass man mit Druck auf den Wärmeaustauscher des Motors arbeitet. Es ist unglaublich wichtig, dass vom Lufteintritt bis zum Wärmeaustauscher alles absolut dicht ist. Wenn es irgendwo zwischen Ventilator und Kühler undichte Stellen gibt, entweicht die Luft sobald sie auf den Wärmetauscher trifft. Der Druck geht verloren und dadurch wird die Kühlleistung schwächer. Wir gaben den Rat, die Luft nicht nur einfach drauf zu blasen: Man muss sie durch den Side-pod zwingen, sie darf keine Möglichkeit haben, zu entkommen.

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