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Saube­rere Stadt­luft

In Kiel reinigen sechs modu­lare Luft­filter von Pure­vento die Luft an der Stadt­au­to­bahn. Das freut Fußgänger und Auto­fahrer – denn Diesel­fahr­ver­bote konnten so vermieden werden.


CO2, Fein­staub, Stick­stoff­oxide – jeden Tag pusten Pkws, Last­wagen und Busse Schad­stoffe in die Luft, die Mensch und Umwelt belasten. In verkehrs­rei­chen Ballungs­räumen wird beson­ders die hohe Stick­stoff­di­oxid-Konzen­tra­tion gefähr­lich. Denn sie kann auf Dauer Atem­wegs- sowie Herz-Kreis­lauf­erkran­kungen verur­sa­chen. Wenn Städte den zuläs­sigen Grenz­wert für Stick­stoff­di­oxid über­schreiten, sind Diesel-Fahr­ver­bote daher eine häufige Konse­quenz.

Bis zu 60.000 Kubik­meter Luft können die einzelnen Stadt­luft­rei­niger inner­halb von einer Stunde säubern. (Bild | Pure­vento)

Diese drohten auch in Kiel an der Stadt­au­to­bahn Theodor-Heuss-Ring. Im Jahr 2019 wurde hier der EU-Grenz­wert von 40 Mikro­gramm pro Kubik­meter deut­lich über­schritten. Durch­schnitt­lich 56 Mikro­gramm Stick­oxide je Kubik­meter Luft meldeten die Mess­sta­tionen. In Spit­zen­zeiten waren es sogar Werte von über 120 Mikro­gramm.

Die Sorge des Ober­bür­ger­meis­ters: Wenn nur die Haupt­ver­kehrs­straße für Diesel­fahr­zeuge gesperrt werde, können Staus und Ausweich­ver­kehre in anderen Wohn­be­zirken die Folge sein. Das Problem würde also nur verla­gert, aber nicht behoben. Also suchte er nach einer Alter­na­tive ─ und fand sie bei Pure­vento. Sechs mobile Luft­rei­niger der Firma säubern seit Oktober 2020 an der Straße die Luft.

Luft­rei­niger für saube­rere Atem­luft

Robert Krüger, Geschäfts­führer und Gründer von Pure­vento, erklärt, wie das funk­tio­niert: „Unsere modu­lare Luft­fil­ter­an­lage steht am Stra­ßen­rand und saugt die verschmutze Luft auf einer Seite ein. In den Geräten entfernen vier­stu­fige Filter­ein­heiten die Fein­staub­par­tikel und Stick­oxide aus der einge­saugten Luft und halten diese in der Anlage zurück. Die gerei­nigte Luft wird auf der anderen Seite wieder ausge­blasen. So bekommen Anwohner, Passanten und Fahr­rad­fahrer im Umkreis der Stadt­luft­rei­niger deut­lich saube­rere Atem­luft zuge­führt.“ Bis zu 90 Prozent der Fein­stäube und 85 Prozent der Stick­oxide und Ozone verbleiben im Stadt­luft­rei­niger. Sobald die Sätti­gungs­grenze der Filter­me­dien erreicht ist, werden diese ausge­tauscht und samt Schad­stoffen umwelt­ver­träg­lich entsorgt.

Bis zu 60.000 Kubik­meter Luft können die einzelnen Stadt­luft­rei­niger inner­halb von einer Stunde säubern. Dabei helfen zwei leis­tungs­starke Radi­al­ven­ti­la­toren von ebm-papst, die in jeder der beiden Reini­gungs­kam­mern sitzen. Krüger erzählt, warum die Wahl auf ebm-papst fiel: „Für uns war wichtig, dass die Volu­men­ströme der Venti­la­toren groß und stabil bleiben, auch wenn die Filter­me­dien zuneh­mend Schad­stoffe aufnehmen und der Druck durch das Filter­system dadurch sinkt. Außerdem waren für uns Effi­zienz, Laut­stärke und Steue­rungs­mög­lich­keiten entschei­dend. Über all diese Para­meter hat ebm-papst uns mit der Leis­tung seiner Venti­la­toren über­zeugt.“

Für uns war wichtig, dass die Volu­men­ströme der Venti­la­toren groß und stabil bleiben, auch wenn die Filter­me­dien zuneh­mend Schad­stoffe aufnehmen.

Robert Krüger, Geschäfts­führer und Gründer von Pure­vento

Nach Versu­chen mit verschie­denen Modellen fiel die Wahl schließ­lich auf RadiCal-Venti­la­toren, weil sie die beste Kombi­na­tion aus Luft­leis­tung und Betriebs­ge­räusch boten. Dank indi­vi­du­eller Ansteue­rung kann Pure­vento den Luft­vo­lu­men­strom zudem stets an den jewei­ligen Bedarf anpassen. Denn je nach Verkehrs­auf­kommen sowie Wind- und Wetter­lage ist mehr oder weniger Luft­rei­ni­gung erfor­der­lich.

Im Gespräch mit weiteren Städten

Für das 2017 gegrün­dete Unter­nehmen Pure­vento aus Trittau ist das Projekt in Kiel der erste seri­en­mä­ßige Einsatz ihrer Geräte. Doch Robert Krüger ist sich sicher, dass das erst der Anfang war: „Wir sind bereits mit mehreren Städten in Deutsch­land, Europa und Asien im Gespräch, bei denen die Einhal­tung der Grenz­werte nicht gesi­chert ist. Es wäre schön, wenn wir auch hier Fahr­ver­bote verhin­dern und den Bewoh­nern gesunde Luft zur Verfü­gung stellen könnten.“

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