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Entwick­lungs­partner auf Augen­höhe

Für einen Gas-Brenn­wert­kessel von Viess­mann entwi­ckelte ebm-papst eine Komplett­lö­sung aus Gasge­bläse, Gasventil und Gasmi­sch­ein­rich­tung


Nichts ist so gut, dass es nicht verbes­sert werden könnte“, lautet der Grund­satz von Viess­mann. Mit diesem Anspruch gehört das Unter­nehmen aus dem hessi­schen Allen­dorf zu den inter­na­tional führenden Herstel­lern von Heiz­tech­nik­sys­temen. Ein Anspruch, von dem zahl­reiche Verbrau­cher täglich profi­tieren, denn in Zeiten stei­gender Ener­gie­kosten schonen effi­zi­ente und spar­same Heiz­lö­sungen den Geld­beutel, aber auch die Umwelt. Die hohen Inves­ti­ti­ons­kosten sind jedoch häufig eine Hemm­schwelle. Mit dem Vito­dens 100 hat Viess­mann daher einen Gas-Brenn­wert­kessel entwi­ckelt, der private Haus­halte zu erschwing­li­chen Preisen hoch­ef­fi­zient mit Wärme versorgen soll. Diese Gerä­te­lö­sung für den euro­päi­schen Export­markt ist leicht und kann platz­spa­rend an der Wand befes­tigt werden. Sie ist zudem leise, verbraucht wenig Energie und nutzt die Verbren­nungs­wärme optimal aus.

Ventil zum Erfolg

Das Neue am Vito­dens 100 ist der modu­lare Aufbau: Statt Einzel­teilen werden fertige Module verbaut. „Unser Ziel war es, einer­seits die Leis­tungs­fä­hig­keit zu verbes­sern, ande­rer­seits aber auch eine kosten­güns­tige Lösung zu entwi­ckeln“, erläu­tert Dr. Manfred Dzubi­ella die Aufgabe. „Wir wollten den Modu­la­ti­ons­grad erhöhen und damit den Wirkungs­grad verbes­sern, gleich­zeitig auch die Geräusch­werte senken sowie die elek­tri­sche Leis­tungs­auf­nahme verrin­gern. Es ist nicht einfach, diese Eigen­schaften in einem System zu vereinen.“

Die System­lö­sung verein­facht die Montage bei Viess­mann enorm

Der Vorent­wick­lungs­leiter bei Viess­mann sah daher die Lösung in einem kompletten Gas-Luft-Verbund – und den besten Partner dafür in ebm-papst Landshut. Bis zu diesem Zeit­punkt lieferte ebm-papst allein das Gasge­bläse. „Wir haben gleich zuge­sagt, denn das war die Chance, uns als System­an­bieter zu posi­tio­nieren“, erin­nert sich Chris­tian Diegritz, Verkaufs­leiter im Lands­huter Werk. Die Heraus­for­de­rung war aller­dings enorm, denn bereits für Mitte 2011 war der Produk­ti­ons­start ange­setzt und eine Kompo­nente musste sogar noch neu mit aufge­nommen werden: ein Gasventil, das die Gasmenge regu­liert, gleich­zeitig aber einen unkon­trol­lierten Gasaus­tritt sicher verhin­dert. „Das war auch die größte Schwie­rig­keit, vor der wir standen“, erklärt Chris­tian Diegritz, „denn ein solches Ventil gab es so bei uns noch nicht.“

Zwar lagen bereits grobe Entwürfe vor, die das Lands­huter Entwick­lungs­team von der Firma Dungs über­nahm, doch das fertige Produkt stand noch in weiter Ferne. „Das war schon eine Heraus­for­de­rung für beide Parteien“, stellt Diegritz fest, „aber da sieht man einfach, wie groß das Vertrauen zwischen den Entwick­lungs­ab­tei­lungen über die Jahre gewachsen ist.“ Ein Vertrauen, das sich lohnte. Denn das fertige Gasventil E 01 hebt sich deut­lich vom Wett­be­werb ab: Durch ein ausge­klü­geltes Konstruk­ti­ons­prinzip kommt es mit 20 Prozent weniger Bauteilen aus – und spart so Kosten und Platz.

Kompakte Lösung

Chris­tian Diegritz und Dr. Manfred Dzubi­ella

Eine Hürde auf dem Weg zum fertigen System war damit genommen. Jetzt musste das E 01 noch mit einem Gasge­bläse und einer Gasmi­sch­ein­rich­tung vereint werden. Bei diesen Kompo­nenten konnte ebm-papst auf seine lang­jäh­rige Erfah­rung zurück­greifen: Für das rich­tige Gas-Luft-Verhältnis sorgt eine soge­nannte Venturi-Misch­ein­rich­tung und für den präzisen Volu­men­strom das Radi­al­ge­bläse NRG 118. Die Heraus­for­de­rung war dabei, die drei Kompo­nenten exakt aufein­ander abzu­stimmen. „Gerade wenn wir in Rich­tung System gehen, muss unser Zulie­ferer ein Verständnis für die ganze Appli­ka­tion entwi­ckeln und kann nicht nur nach Vorgaben arbeiten“, erklärt Dzubi­ella. Das bedeu­tete viel Abstim­mungs­ar­beit zwischen den Entwick­lungs­ab­tei­lungen von Viess­mann und ebm-papst. Denn je nach Gasart sind unter­schied­liche Einstel­lungen notwendig, gleich­zeitig müssen die Abgas­werte aber auch den gesetz­li­chen Normen entspre­chen.

Die Monta­ge­linie des NRG118 in Landhut

„Es war dabei von Vorteil, dass ebm-papst bereits konse­quent in Versuchs­la­bore inves­tiert hat. Ohne diese Ausstat­tung wäre solch eine Art der Zusam­men­ar­beit gar nicht möglich gewesen“, betont Dzubi­ella. „So waren wir in der Lage, mit nur wenigen Itera­ti­ons­schritten das System mit den von uns gefor­derten Eigen­schaften zu entwi­ckeln.“ Die Produk­tion des NRV 118 konnte schließ­lich starten. Dafür wurde in Landshut eine eigene Monta­ge­strecke einge­richtet, mit einem Prüf­au­to­maten, der ganz spezi­fisch auf das System von Viess­mann abge­stimmt ist.

Die Montage bei Viess­mann ist entspre­chend einfach, wie Dzubi­ella erklärt: „Wir bekommen vorein­ge­stellte Systeme, die wir hier nur noch einbauen müssen. Das spart Zeit.“ Unterm Strich bedeutet diese kunden­spe­zi­fi­sche Lösung eine deut­liche Kosten­er­sparnis: Da nur noch ein Liefe­rant am Beginn der Produk­ti­ons­kette steht, verrin­gert sich der Verwal­tungs­auf­wand. Es entfallen Lager­hal­tungs­kosten, indem ebm-papst nach Bedarf anlie­fert. Die Kombi­na­tion der drei Kompo­nenten zu einem Block spart nicht nur Mate­rial, sondern auch Prüf­auf­wand, da das System schon komplett auf das Heiz­gerät abge­stimmt ist. Der Endkunde braucht im Fall der Fälle zudem weniger Ersatz­teile.

Test­aufbau des NRV 118

Reger Austausch

Dieser Erfolg ist auch der lang­jäh­rigen Part­ner­schaft der beiden Firmen zu verdanken. Einmal im Jahr treffen sich die Partner zu einem Inno­va­ti­ons­work­shop, bei dem die Entwickler beider Unter­nehmen neue Ideen präsen­tieren. Dzubi­ella beschreibt diesen Prozess so: „Wir über­legen uns, wo wir neue Trends setzen möchten, und konfron­tieren damit ebm-papst, die eben­falls neue Ideen haben. So wächst eine gemein­same Idee, die in einem neuen Konzept endet.“ Und solche Ideen gibt es genug: Aus der Entwick­lung des neuen Vito­dens 100 haben sich bereits Folge­pro­jekte ergeben, die den System­ge­danken noch weiter voran­treiben.



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