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„Die Chal­lenge war klar“

Damit das Geschirr blitz­sauber aus der Spül­ma­schine kommt, muss auch der Trocken­vor­gang funk­tio­nieren. Bei der Entwick­lung der neuen 7000er Genera­tion von Miele gab es dabei gleich mehrere Heraus­for­de­rungen. Miele-Produkt­ent­wickler Horst Lintel­mann verrät, wie das Team diese gemeis­tert hat und welche Rolle das Gebläse dabei spielte.


Herr Lintel­mann, Sie betreuen bei Miele das Projekt AKT 2. Was verbirgt sich dahinter?

AKT ist ein Teil­pro­jekt unserer neuesten Spül­ma­schinen-Genera­tion 7000. Es geht dabei um die Funk­tion der soge­nannten „aktiven Konden­sa­ti­ons­trock­nung“, die dafür sorgt, dass das blit­ze­blanke Geschirr trocken aus der Maschine kommt. Bei dieser Funk­tion spielt das Gebläse eine der Haupt­rollen.

Was muss das Gebläse können?

Es muss das Geschirr in der Spül­ma­schine flecken­frei trocknen. Darüber hinaus muss es eine Lebens­dauer von mindes­tens 20 Jahren haben, denn diesen Anspruch haben wir bei unserem gesamten Produkt-Sorti­ment. Die Montage soll einfach sein und das Gebläse musste in diesem konkreten Fall in einen außer­or­dent­lich kleinen Bauraum passen, was wiederum eine echte Heraus­for­de­rung für die Akustik und Hydraulik darstellte.

Wie sind Sie dieses Thema ange­gangen?

Eigent­lich stellen wir die wesent­li­chen Bauteile unserer Geräte selbst her. Zum Beispiel das „Herz“ unserer Spül­ma­schine, die Umwälz­pumpe, und den „Verstand“, also die Steue­rung. Es gibt Ausnahmen, bei denen es sinn­voll ist, das große Know-How eines unserer Partner zu nutzen. So ist es bei ebm-papst auf dem Gebiet des Gebläses. Wir setzen hier schon seit 2005 auf eine enge Zusam­men­ar­beit in der Entwick­lung mit dem Standort Landshut.

Horst Lintel­mann, Miele-Produkt­ent­wickler | Foto: Miele

Wie lief die Zusam­men­ar­beit mit ebm-papst?

Zunächst einmal können wir uns bei unserem Partner auf die lange Lebens­dauer der Produkte verlassen. Dann setzten wir auf eine enge Abstim­mung in sämt­li­chen Fragen. Da das Gebläse extra für uns entwi­ckelt wurde, durften wir gewisse Frei­heiten genießen. Die reine Produkt­ent­wick­lungs­zeit war jedoch knapp bemessen, weswegen das gesamte Team auf offene Kommu­ni­ka­tion und schnelle Reak­ti­ons­zeiten ange­wiesen war. Bei unseren regel­mä­ßigen Treffen in agilen Teams war es vor allem wichtig, flexibel zu bleiben, um auf uner­war­tete Entwick­lungen reagieren zu können. Nur so konnten wir inner­halb des engen Zeit­rah­mens jedes Mal recht­zeitig nach­steuern.

Wo musste nach­ge­steuert werden?

Mitten in der Entwick­lung wurde deut­lich, dass die Befes­ti­gung des Gebläses im knappen Bauraum äußerst anspruchs­voll ist. Die Chal­lenge war klar: Das Gebläse darf keine Vibra­tionen in angren­zende Bauteile über­tragen. ebm-papst simu­lierte am Rechner, wie sich die Struktur des Bauteils verformen wird, wenn nach dem Einbau Last darauf gegeben wird. Zusammen über­legten wir uns Lösungen und auch Alter­na­tiven, also Plan B und C. Es war wichtig, alter­na­tive Wege offen zu lassen, so dass wir immer auch auf andere uner­war­tete Entwick­lungen reagieren konnten.

Wie wurde das Gebläse monta­ge­freund­li­cher?

An dem Gehäuse gibt es jetzt eine zusätz­liche mecha­ni­sche Kunst­stoff­rippe, damit das Gebläse im rich­tigen Winkel auf dem Ferti­gungs­band liegt. Das spart pro Bauteil ein paar Sekunden Zeit und dadurch eben Kosten in der Produk­tion. Eine weitere Kontur am Gebläse lässt sich leicht mit dem Gegen­stück in der Maschine verbinden. Durch einfa­ches Rein­drü­cken ist es dadurch schnell fest einge­baut.

Es gibt noch einen weiteren Trock­nungs­schritt der neuen Miele Genera­tion 7000. Was hat es damit auf sich?

Wir haben die soge­nannte AutoOpen-Trock­nung, eine einge­baute auto­ma­ti­sche Türöff­nung. Dabei öffnet sich am Ende des Programms die Tür einen kleinen Spalt breit, damit Feuch­tig­keit aus dem Gerät entwei­chen kann. Das Gebläse unter­stützt die Trock­nungs­funk­tion und gewähr­leistet, dass Luft über einen Spalt ober­halb der geöff­neten Tür und unter­halb der Arbeits­platte heraus­ge­blasen wird. Die Arbeits­platte wird vorge­wärmt und nimmt keinen Schaden. Sollte wider Erwarten doch Kondensat auftreten, würde es sofort getrocknet. Man kann sich das vorstellen, wie einen Fön, der unter­halb der Arbeits­platte plat­ziert ist. Dieses Luft­polster wird durch das Gebläse erzeugt. Wir haben hier ein Allein­stel­lungs­merkmal und nehmen unseren Kunden die Angst, sich die Küchen­möbel durch Feuch­tig­keit beschä­digen.

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