Neuer Schwung für die Intra­lo­gistik

Bito Lager­technik setzt beim neuen Palet­ten­durch­lauf­regal auf Antriebs­technik von ebm-papst – und betritt damit erfolg­reich Neuland.


In der Intra­lo­gistik gibt es je nach Anfor­de­rung unter­schied­lichste Lösungen für Lager­sys­teme. Sollen mehrere Paletten einer Ware sorten­rein, über­sicht­lich und auf kleinem Raum gela­gert werden, und spielt zudem perma­nente Verfüg­bar­keit eine wich­tige Rolle, eignet sich oftmals ein Palet­ten­durch­lauf­regal am besten. Bito Lager­technik hat dafür gemeinsam mit ebm-papst ein neuar­tiges Regal­system entwi­ckelt. Beim PROflow active geben Antriebs­rollen den Paletten gezielte Anschub­hilfe – und bremsen sie wenn nötig ab.

Die Grenzen der Schwer­kraft

„Mit dem PROflow active haben wir uns über unser Stan­dard­port­folio in Bezug auf das Palet­ten­durch­lauf­regal hinaus­be­wegt“, erklärt Alex­ander Lang, Produkt­ma­nager bei Bito. Wenn es in diesem Bereich um Bewe­gung geht, werden dafür in der Regel auch natür­liche Kräfte zu Hilfe genommen. So werden Paletten in Durch­lauf­re­galen übli­cher­weise durch die Schwer­kraft ange­trieben. Sie rollen über eine um vier Prozent geneigte, schiefe Bahn von der Beschi­ckungs- zur Entnah­me­seite. Eine bewährte Technik, die in einigen Berei­chen aber an ihre Grenzen stößt.

Alex­ander Lang disku­tiert mit Matthias Trenz über die Anfor­de­rungen der Antriebs­ein­heit.

Denn je nachdem, welche Ladungs­träger sich in den Kanälen bewegen, kann es zu Schwie­rig­keiten kommen: die Paletten laufen nicht an oder bleiben einfach stehen. Das senkt die Verfüg­bar­keit der Ware. Zudem rollen neu beschickte Paletten im Kanal unge­bremst auf die stehenden auf. Der dabei hervor­ge­ru­fene Impuls kann zur Beschä­di­gung sensi­bler Ware führen. Schließ­lich ist bei herkömm­li­chen Durch­lauf­re­galen an der Entnah­me­seite eine Nach­lauf­sperre einge­baut, damit der Gabel­stapler die erste Palette stau­druck­frei heraus­heben kann. An dieser mecha­ni­schen Baugruppe kann es aber je nach Bedie­nung zu Problemen wie verkan­teten Paletten kommen.

Vorteile von Antriebs­rollen

Daher entschloss sich Bito, auf Antriebs­rollen zu setzen. Die schieben die Paletten an, verhin­dern unge­wolltes Stehen­bleiben, können sie aber auch abbremsen. Im Kanal lassen sich Paletten mit sensi­bler Ware völlig berüh­rungs­frei auch auf Lücke stellen. Und auf die Nach­lauf­sperre kann komplett verzichtet werden: Entnimmt der Stapel­fahrer eine Palette dauert es eine vorde­fi­nierte Zeit, bevor die Antriebe die Paletten kontrol­liert nach vorne takten.

Neben höherer Verfüg­bar­keit und Waren­schutz ermög­licht das PROflow active aber auch, die Neigung der Bahn zu halbieren. Dadurch lassen sich mehr Ladungs­träger auf glei­chem Raum lagern. „Ein Durch­lauf­regal, das mit ledig­lich zwei Prozent Neigung auskommt, ist auf dem Markt einzig­artig“, betont Lang.

Einbau­fer­tige System­lö­sung

Die Antriebs­ein­heit entstand in einer gemein­samen Entwick­lung zwischen Bito und ebm-papst. „Neben Fragen der Größe und Leis­tung war eine zentrale Anfor­de­rung von Bito, wie so ein komplexes System in eine Trag­rolle im Lager­regal inte­griert werden kann“, erin­nert sich Matthias Trenz, Market Manager Indus­trial Drive Tech­no­logy bei ebm-papst. Nach vielen Gesprä­chen, Ansätzen und Test­phasen ist die Antriebs­lö­sung ein einbau­fer­tiges Cartridge. Das Plug-and-play-System beinhaltet den BLDC-Motor mit Elek­tronik, Bremse und Getriebe sowie das Antriebs­ge­häuse mit Rollen­boden und heraus­ge­führtem Kabel­baum.

Die Antriebs­ein­heit von ebm-papst.

Als Antriebs­motor dient der ECI 63.20 K4, ein bürs­ten­loser Innen­läu­fer­motor mit 180 Watt Leis­tung, der neben der inter­grierten K4-Steue­rung auch ein Brems­modul hat. „Das System sollte unbe­dingt ohne einen Schalt­schrank in jeder Rollen­bahn auskommen, um den Verka­be­lungs­auf­wand klein zu halten“, erklärt Trenz. Die Intel­li­genz sitzt dezen­tral in jeder Rolle, das ganze Regal­system lässt sich daher beliebig erwei­tern oder verkürzen.

Auf den Antriebs­motor ist ein zwei­stu­figes Performax®-Planetengetriebe, mit einer robusten Kombi­na­tion aus Kunst­stof­frä­dern in der ersten Stufe und gehär­teten Stahl­rä­dern in der zweiten Stufe montiert. In zahl­rei­chen Test ermit­telten die Partner von Bito und ebm-papst, welches Moment und welche Unter­set­zungs­paa­rung für den Einsatz erfor­der­lich sind. Schließ­lich fand man bei einer hohen Unter­set­zung von 102:1 die opti­male Ausle­gung.

Einfache Montage

Dieses Antriebs­system ist in ein Gehäuse inte­griert, das Versor­gungs­kabel wird über den Rollen­boden heraus­ge­führt. „Beim Rollen­boden haben wir die Kontur der Trag­rolle mit 80 Milli­meter Durch­messer von Bito über­nommen, damit bei der Montage diese einfach darüber­ge­stülpt und verprägt werden kann,“ erklärt Trenz.

Deswei­teren wurde gemeinsam eine Klemm­kupp­lung entwi­ckelt, welche auf die Antriebs­welle aufge­setzt ist – diese bildet den Kraft­schluss in der Trag­rolle. „Das inte­grierte Antriebs­system ermög­licht uns eine sehr einfache Montage“, zeigt sich Alex­ander Lang begeis­tert. Die gesamte Rolle wird schließ­lich in den Seiten­wangen der Rollen­bahn befes­tigt.

Die Antriebe sind in den Rollen inte­griert.

„Wir haben uns einein­halb Jahre sehr ausgiebig mit dem ganzen System für PROflow active beschäf­tigt“, sagt Lang. „Denn wir wollten unbe­dingt in diese neue Tech­no­logie einsteigen.“ Die vielen erfolg­rei­chen Vali­die­rungen stellen heute die hohe Qualität unter Beweis. Der Aufwand lohnt sich, denn das Poten­zial des Durch­lauf­re­gals ist groß: Es eignet sich für den Einsatz mit verschie­denen Gebinde- und Palet­ten­arten und überall dort, wo sensible Güter gehand­habt werden müssen. Denn die Antriebe verhin­dern auch das Aufschau­keln beim Trans­port über die Palet­ten­bahn. „Da wackelt nichts“, freut sich Lang.

Erfahren Sie mehr über Anwen­dungs­ge­biete und Vorteile des PROflow active.

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