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„Inge­nieurs-Power treibt uns an“

Antriebs­lö­sungen sind die Hidden Cham­pions in Anwen­dungen: Man sieht sie nicht, aber ohne sie läuft nichts. Einen Einblick in das Poten­zial indus­tri­eller Antriebs­technik und die aktu­ellen Markt­an­for­de­rungen gewährt Johannes Moos­mann, Geschäfts­bereichsleiter Indus­tri­elle Antriebs­technik ebm-papst St. Georgen.


Herr Moos­mann, welche Anfor­de­rungen treiben Ihre Kunden am meisten um?

Da ist das Spek­trum so breit gefä­chert wie die verschie­denen Bran­chen, für die wir Antriebs­lö­sungen reali­sieren. Aber ein paar über­grei­fende Entwick­lungen lassen sich schon benennen: Antriebe müssen immer kompakter, leis­tungs­stärker, intel­li­genter und zudem dezen­tral einsetzbar sein. Außerdem haben alle Anwender das gemein­same Anliegen, möglichst schnell eine möglichst indi­vi­duell zuge­schnit­tene Lösung einsetzen zu können. Auf all diese Fragen haben wir die passenden Antworten in unserem Produkt­port­folio.

Das Thema schnelle Verfüg­bar­keit hat aber aktuell sicher einen beson­ders hohen Stel­len­wert?

Den aktuell welt­weit vorlie­genden Mangel bei einigen Bauteilen und Mate­ria­lien bekommen wir selbst­ver­ständ­lich auch zu spüren. Basie­rend auf einer gut entwi­ckelten Liefe­ran­ten­basis und unserem aktiven Supply-Chain-Manage­ment konnten wir auch in dieser beson­deren Situa­tion bisher größere Probleme vermeiden. Aber wenn wir diese Moment­auf­nahme beisei­tel­assen, haben wir mit unserem modu­laren Antriebs­system die Verfüg­bar­keit kunden­spe­zi­fi­scher Antriebs­lö­sungen grund­sätz­lich enorm beschleu­nigt. Der Kunde kann sich aus einem modular aufge­bauten Produkt­port­folio den passenden Antrieb zusam­men­stellen. Vorzugs­typen sind bereits nach 48 Stunden versand­fertig.

Und dieses Auswahl­portal deckt alle Wünsche ab?

Übli­cher­weise erfüllen wir damit einen sehr hohen Anteil an Anfor­de­rungen der jewei­ligen Kunden­ap­pli­ka­tionen. Sind weitere Anpas­sungen nötig, setzen wir auf ein Antriebs­system auf, das bereits zu 80 Prozent passt. Grund­sätz­lich ist aber eine indi­vi­du­elle Bera­tung vor der Antriebs­aus­wahl immer sinn­voll. Denn wir wissen einfach, welcher Motor mit welchem Getriebe und welcher Elek­tronik am besten zu den Appli­ka­ti­ons­an­for­de­rungen passt. Dafür finden wir im gemein­samen Austausch die ideale Lösung. Wir greifen dabei auf die Erfah­rung aus zahl­losen Anwen­dungs­fällen in verschie­denen Bran­chen zurück.

Wir greifen auf die Erfah­rung aus zahl­losen Anwen­dungs­fällen in verschie­denen Bran­chen zurück.

Auf welche Branche legen Sie momentan verstärkt den Fokus?

Die Intra­lo­gistik wächst nicht erst seit der Pandemie mit einer enormen Geschwin­dig­keit. Denn vor allem der Online­handel boomt, hat teil­weise seine Wachs­tums­raten über die vergan­genen drei Jahre verfünf­facht. Doch Ware schnell und zuver­lässig versand­fertig zu machen erfor­dert eine hoch auto­ma­ti­sierte Intra­lo­gistik, die zahl­reiche Antriebs­sys­teme benö­tigt und neue, effi­zi­en­tere Lösungen verlangt. Insbe­son­dere unsere kompakten, dezen­tral agie­renden Antriebe kommen hier erfolg­reich zum Einsatz. In der Indus­trie gewinnen fahrer­lose Trans­port­fahr­zeuge immer stärker an Bedeu­tung. Mit dem neuen Fahr-Lenk-System Argo­Drive haben wir für Fahr­zeuge genau dieser Art eine revo­lu­tio­näre Antriebs­lö­sung mit unend­li­cher Bewe­gungs­frei­heit entwi­ckelt und sind aktuell dabei, sie erfolg­reich am Markt zu etablieren.

Wie stark spielt da das Thema Digi­ta­li­sie­rung hinein?

Antriebs­lö­sungen, die ihre Intel­li­genz schon mitbringen, werden in vielen Berei­chen immer wich­tiger. Das gilt für die Intra­lo­gistik wie für die Medi­zin­technik oder Zugangs­au­to­ma­ti­sie­rung — also Sicher­heits­schleusen, Schranken, Türen — und die allge­meine Auto­ma­ti­sie­rungs­technik. Die Welt wird immer vernetzter, intel­li­gente wie dezen­trale Lösungen sind dafür ein zentraler Baustein. Wir sehen uns hier als Enabler. Denn unsere Antriebe stellen viele Daten bereit: Der Motor erfasst als „Sensor“ viele Zustände. Diese Daten unter­stützen über­ge­ord­nete Systeme, die dann einen Mehr­wert gene­rieren. So wird beispiels­weise Condi­tion-Moni­to­ring oder Predic­tive Main­ten­ance möglich.

Wir erar­beiten mit unseren Kunden zusammen Lösungen, die sie und uns voran­bringen.

Wie viel Zukunfts­musik spielt da noch?

Das ist bereits Gegen­wart! Die Basis dafür ist natür­lich, dass Antriebe und das beim Kunden geplante Netz­werk­system dieselbe Sprache spre­chen. Hier bieten wir die passende Schnitt­stelle nach Indus­trial-Ethernet-Stan­dard an. Jüngstes Beispiel ist die bald verfüg­bare antriebs­in­te­grierte EtherCAT-Schnitt­stelle bei unseren Innen­läu­fer­mo­toren ECI-63. Das ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie uns unsere Inge­nieurs-Power antreibt. Wir erar­beiten mit unseren Kunden Lösungen, die sie und uns voran­bringen. Das entspricht unserem Anspruch „Engi­nee­ring a better life“.

 

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